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Friedensdemos in Tel Aviv

Zehntausende Israelis haben am späten Samstagabend auf dem zentralen Rabinplatz in Tel Aviv für Frieden demonstriert. 1400 Polizisten sorgten für Sicherheit.

Zehntausende Israelis haben am späten Samstagabend auf dem zentralen Rabinplatz in Tel Aviv unter dem Motto „Raus aus den (besetzten) Gebieten um Israels willen“ und „Zwei Staaten für zwei Völker“ für Frieden demonstriert. Die Organisatoren der Demonstration, die so genannte „Friedenskoalition“, schätzten die Menschenmenge auf etwa 100.000. Die Polizei bezifferte die Zahl der Teilnehmer hingegen auf etwa 60.000. Beobachter in Tel Aviv erklärten dennoch, es habe sich eindeutig um die größte Friedensveranstaltung seit dem Ausbruch der zweiten palästinensischen Intifada im September 2000 gehandelt. Etwa 1.400 Polizisten sorgten für die Sicherheit der Zuhörer und Redner.

Oppositionsführer Yossi Sarid bezeichnete in einer Ansprache Israels Siedlungen im Westjordanland und Gazastreifen als eine „Last“. Er forderte Israels Friedenslager auf, sich innerhalb eines politischen Rahmens zusammenzuschließen, um das Land vor Ministerpräsident Ariel Sharon, Verteidigungsminister Benjamin Ben- Elieser und Außenminister Shimon Peres „zu bewahren“. Tsali Reschef, einer der Anführer der „Frieden Jetzt“-Protestgruppe, rief vom Podium: „Ariel Sharon, geh’ nach Hause“. Der israelische Schriftsteller Amos Oz meinte vor den Zuhörern: Die Öffentlichkeit auf beiden Seiten wünscht Kompromisse, aber ihre Führer fürchten sich vor ihnen“.

An der Veranstaltung nahmen auch zahlreiche Künstler teil, von denen einige nach Bekanntwerden ihrer Teilnahme Todesdrohungen von extremistischen, rechtsgerichteten israelischen Gruppen erhielten, berichteten Korrespondenten. Viele Menschen sangen Friedenslieder und trugen Transparente mit der Aufschrift „Stoppt den militärischen Terror“. Unter den Demonstranten waren auch organisierte Wehrdienstverweigerer, Studentengruppen, Angehörige der linksliberalen säkularen Meretz-Partei und der israelisch-arabischen Linksliste Chadash. Auf dem Platz, wo die Großdemonstration stattfand, war im November 1995 der frühere israelische Regierungschef Yitzhak Rabin von einem jüdischen Extremisten ermordet worden.

Die israelische Friedensbewegung hatte in den vergangenen Monaten durch die Empörung der Bevölkerung über eine Reihe von palästinensischen Selbstmordattentaten mit Dutzenden israelischen Toten an Bedeutung verloren.

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