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Freundschaft, Identität und Migration im Dschungel Wien

Dschungel-Leiterin Corinne Eckstein sagt, die Stücke sollen zum Nachdenken anregen.
Dschungel-Leiterin Corinne Eckstein sagt, die Stücke sollen zum Nachdenken anregen. ©APA/Herbert Pfarrhofer
Unter dem Motto "Glaub nicht alles was du denkst" werden im Dschungel Wien in der heurigen Saison 31 Premieren aufgeführt. Eröffnung ist am 21. September.

“Glaub nicht alles, was du denkst” lautet das diesjährige Spielzeitmotto im Dschungel Wien. “Meinungen werden heutzutage schneller gebildet, als darüber nachgedacht werden kann”, erklärte Dschungel-Leiterin Corinne Eckstein am Mittwoch im Rahmen der Spielzeitpressekonferenz.

528 Vorstellungen im Dschungel Wien geplant

Die gezeigten Stücke sollen dazu anregen, nicht nur die Gesellschaft, sondern auch sich selbst zu hinterfragen.

Insgesamt stehen in der Saison 2018/19 31 Premieren für Kinder und Jugendliche auf dem Programm, davon 26 Uraufführungen. Dazu kommen 21 Wiederaufnahmen und zehn Gastspiele.

Insgesamt werde man so auf 528 Vorstellungen kommen, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Damals gab es 500 Vorstellungen, die von rund 41.000 Menschen besucht wurden, was eine Auslastung von 80,4 Prozent bedeutet, wie die kaufmännische Direktorin Alexandra Hutter erläuterte.

Spielzeit startet am 20. September mit Freundschaft

In die neue Spielzeit startet man am 20. September mit gleich zwei Premieren hintereinander: Um 18 Uhr steht die Uraufführung von “Parole Haifisch” für Kinder ab sechs Jahren auf dem Programm, die von der schallundrauch agency realisiert wird und sich rund um das Thema Freundschaft dreht.

Ab 10 Jahren ist um 19.30 Uhr das Tanztheaterstück “Play!”: Die Koproduktion des Dschungel Wien mit der belgischen Compagnie hetpaleis hat sich von Pieter Bruegels Gemälde “Die Kinderspiele” inspirieren lassen und geht der Frage nach, wo die Grenzen zwischen Spiel und Rivalität liegen, wie Choreografin Karolien Verlinden verriet.

“Fliegen lernen” am 27. September

Die nächste Uraufführung steht bereits am 27. September an, wenn Lottaleben und theater.nuu ihre neue Performance “Fliegen lernen” auf die Bühne bringen. Erzählt wird die Geschichte von einem abgestürzten Pinguin und seinen Finder.

Ab 11. Oktober präsentiert das Theater foXXfire! das Stück “Die Sache mit Ich”, in dem man sich mit Identitätsfragen auseinandersetzt (ab 14 Jahren).

“Über uns der Himmel” über Migration

Zu den weiteren Highlights der neuen Spielzeit zählt unter anderem das Stück “Über uns nur der Himmel”: In der Koproduktion zwischen dem Dschungel und Wien Modern inszeniert Corinne Eckstein ein Stück, in dem sie sich die Frage stellt, was Kinder auf der Flucht eigentlich träumen.

“Kinder, die neben ihrer Heimat und ihren Freunden auch etwas zurückgelassen haben, das für uns selbstverständlich ist: ihr Bett. Doch wie schlafen Kinder, die sich auf der Flucht vor Gewalt und Zerstörung befinden?”, so die Dschungel-Chefin.

Auf musikalischer Seite steht das Koehne Quartett auf der Bühne, neben professionellen Tänzerinnen wirken auch einige Kinder mit. Premiere ist am 15. November.

Ein modernes Dornröschen

Die zweite Koproduktion mit Wien Modern nennt sich “Gestochen und weg. Hundert Jahre Schlaf – ein Geschenk?”: Die Autorin Ann Cotten hat sich dabei gemeinsam mit der Musikerin Elisabeth Schimana Grimms “Dornröschen” gewidmet, das nach dem Aufwachen mit einer VR-Brille durch die Welt navigiert wird.

Schweizer Schwerpunkt in Wien

Insgesamt fünf Produktionen stehen im Rahmen eines Schweiz-Schwerpunkts auf dem Programm: Bereits am Eröffnungswochenende am 23. September wird Masha Dimitris “La Coeurdonnière” erstmals in Wien zu sehen sein, es folgen Produktionen wie “#wwwonderland” oder “Liebe üben” im Februar und März.

Finanzieller Handlungsbedarf im Dschungel

Was die Finanzen betrifft, sieht man im Dschungel dringenden Handlungsbedarf. Die seit 2013 nicht erhöhte Jahressubvention (1,28 Mio. Euro seitens der Stadt Wien) reiche nicht mehr aus, um notwendige Renovierungen (wie etwa WC-Anlagen und Sitzpolsterungen) durchzuführen, zudem schlage sich die angespannte Situation auch in der Bezahlung von Künstlern nieder.

Zahlreiche Kooperationen und Sponsoring-Partner könnten die fehlende Indexanpassung nicht auffangen. Somit hofft man, in den kommenden Jahren einen Erhöhung zu bekommen, so die kaufmännische Geschäftsführerin.

“Kulurpatenschaften” als finanzielle Mittel

Besonders hervorgehoben wurde die laufenden “Kulturpatenschaft”, die es Kindern und Jugendlichen “verschiedenster Herkunft und mit unterschiedlichem sozialen Background” ermöglichen soll, am kulturellen Leben teilzunehmen.

Mit Patenschaften von Privatpersonen (150 Euro) oder Firmen (500 Euro) können Besuche für Schulklassen übernommen oder einem Kind ein Stipendium für einen Workshop ermöglicht werden.

896 Kinder durch Patenschaft im Dschungel

Auf diese Weise konnten in der vergangenen Spielzeit 896 Kinder und Jugendliche die Vorstellungen besuchen, 73 Kinder nahmen an Workshops teil.

(APA/Red)

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