Freundin vor Kindern niedergestochen: 13 Jahre Haft

13 Jahre Haft für fünf Stiche
13 Jahre Haft für fünf Stiche ©Bilderbox (Symbolbild)
Weil er sie verdächtigte, im Internet mit anderen Männern zu chatten, war ein 34-Jähriger mit einem Küchenmesser auf seine langjährige Freundin losgegangen. Nun wurde er wegen versuchten Mordes zu 13 Jahren Haft verurteilt.
Jetzt Facebook-Fan von Vienna.at werden!

Weil er sie verdächtigte, im Internet mit anderen Männern zu chatten, ging Mohammad T. (34) am 13. Jänner 2010 mit einem Küchenmesser auf seine langjährige Freundin los. Vor den Augen ihrer drei Kinder – zwei hatte die 36-Jährige aus einer vorangegangen Beziehung in die Lebensgemeinschaft mitgebracht – stach er ihr fünfmal in Brust und Bauch. Wäre ihr zehnjähriger Sohn nicht dazwischengegangen, “dann wäre ich jetzt sicher tot”, sagte die Frau am Montag im Straflandesgericht Wien, wo Mohammad T. wegen versuchten Mordes zu 13 Jahren Haft verurteilt wurde.

Der gebürtige Afghane hatte die aus dem Irak stammende Frau in einem Flüchtlingsheim kennengelernt. Die beiden suchten um Asyl an und bezogen mit den Kindern der Frau eine kleine Wohnung in Wien-Ottakring. Der Mann fand einen Job, 2007 kam ihre gemeinsame Tochter zur Welt.

Aus geringstem Grund eifersüchtig

Einzig seine Eifersucht stand einem glücklichen Familienleben im Weg, wie nun die 36-Jährige erzählte: “Er war aus dem geringsten Grund eifersüchtig. Wenn mir im Fernsehen ein Schauspieler oder ein Sänger gefallen hat, war er traurig.” Seinen Kummer ertränkte der Mann dann meistens in Wodka.

Als er eines Tages vermeinte, die Frau, mit der er nach islamischem Recht verheiratet ist, habe übers Internet Kontakt zu einem anderen aufgenommen, zog sich der 34-Jährige mit der Schnapsflasche ins Badezimmer zurück. Dort traf ihn seine Gefährtin weinend an: “Er war seelisch am Boden. Ich wollte ihn überzeugen, dass da nichts war, dass ich nichts mit anderen Männern habe.”

Vor Augen der Kinder attackiert

Doch Mohammad T. ließ sich nicht beruhigen. Er versetzte der Frau einen Schlag ins Gesicht und kündigte an, er werde sie jetzt “umbringen”. Dann holte er aus der Küche ein Messer, kehrte ins Badezimmer zurück und attackierte die dreifache Mutter vor den Augen ihrer zwölf, zehn und zweieinhalb Jahre alten Kinder.

Der zehnjährige Bub warf sich schließlich dazwischen, so dass es der Frau gelang, Mohammad T. die Waffe zu entwinden, die sie in die Duschkabine warf. Dann taumelte sie schwer verletzt und hilfeschreiend aus der Wohnung und fand bei einer beherzten Nachbarin Unterschlupf, die sie in ihre Wohnung ließ, obwohl im Hintergrund bereits der nach wieder mit dem Messer bewaffnete Mann zu erkennen war, der offensichtlich nicht von ihr ablassen wollte.

Angeklagter wollte sich nicht erinnern

Vor den Geschworenen gab sich der Angeklagte äußerst einsilbig. Er könne sich an überhaupt nichts mehr erinnern, weil er betrunken gewesen sei. Laut einem amtsärztlichen Gutachten hatte er unmittelbar nach der Tat 0,68 Promille Alkohol im Blut.

Der Schuldspruch ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung ein, der Staatsanwalt verlangte eine höhere Strafe und meldete ebenfalls Rechtsmittel an.

Jetzt Facebook-Fan von Vienna.at werden!

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Freundin vor Kindern niedergestochen: 13 Jahre Haft
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen