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Freundin erstochen und zersägt: "Sie war Luzifer"

Einem geistig schwer kranken Mann wurde heute am Straflandesgericht wegen einer grausigen Bluttat der Prozess gemacht.
Der Prozess

“Ich habe die starke Vorstellung gehabt, ich bin Gott. Sie war Luzifer. Sie muss getötet werden. Sie war das Böse”, erklärte am Dienstag im Straflandesgericht ein 38 Jahre alter Mann, der im Mai 2009 in Wien-Leopoldstadt seine Freundin erstochen hat. Der Mann leidet an einer chronisch paranoiden Schizophrenie, weshalb Staatsanwalt Harald Craigher seine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verlangte.

Der Unterbringungsantrag stützt sich auf ein psychiatrisches Gutachten, demzufolge beim Täter ein Schuldausschließungsgrund vorliegt. Folglich kann ihm das Verbrechen nicht als Mord angelastet werden. Da nach Ansicht der Anklagebehörde zu befürchten ist, dass der Mann unter dem Einfluss seiner geistigen Abartigkeit neuerlich eine mit Strafe bedrohte Handlung mit schweren Folgen begehen wird, forderte die Staatsanwaltschaft seine zeitlich unbefristete Anhaltung in einer geschlossenen Anstalt.

Obdachlos

Der Mann hatte die um 18 Jahre ältere Frau 2004 kennengelernt. Der Obdachlose zog bei ihr ein, seit 2006 soll es zu Tätlichkeiten gekommen sein, weil sie unter anderem mit seinen religiösen Vorstellungen – er gehörte der Hare Krishna-Bewegung an – nicht konformging.

Möglich, dass auch sein psychisches Befinden Probleme schaffte. Fünfmal wurde der Mann im Otto-Wagner-Spital stationär behandelt. Zuletzt bekam er Medikamente verschrieben und wurde nach Hause geschickt. Die Tabletten nahm er am Ende aber nicht mehr. “Ich habe gedacht, ich bin gesund und habe es überwunden”, berichtete der 38-Jährige dem Schwurgericht (Vorsitz: Birgit Schneider).

Augenscheinlich nicht gesund

Vermutlich am 22. Mai kam es dann zu der Bluttat. Seine Freundin habe ihn “angeschrien”, erzählte der für Zuhörer augenscheinlich nicht gesund wirkende Mann: “Ich bin schnurstracks in die Küche gerannt und habe mehrmals zugestochen. Sie hat gesagt, dass sie blutet und einen Rettungswagen braucht. Da habe ich noch mehr zugestochen. Vier, fünf Mal. Dann war sie tot.”

Anschließend habe er sich “Jetzt tu ich sie zersägen” gedacht und die Leiche in die Badewanne gelegt: “Einen Abend lang hab ich gesägt. Zuerst hab’ ich die Arme gesägt. Abgesägt. Dann den Kopf. Bei den Beinen war es schwer, da war der Knochen zu schwer.” Daher habe er sich hingelegt und am nächsten Morgen in einem Baumarkt einen Fuchsschwanz gekauft.

In Container entsorgt

Die Leichenteile gab der Mann in Müllsäcke, die er in einem Container entsorgte. Das Verbrechen wurde erst nach einiger Zeit entdeckt, als der Sohn der Frau Abgängigkeitsanzeige erstattete. Der Müllcontainer war zu diesem Zeitpunkt längst geleert worden. Die sterblichen Überreste der Frau tauchten nie mehr auf.

Auf die Frage, wie er nun zu dem Geschehenen stehe, erwiderte der 38-Jährige: “Es war völliger Wahnsinn. Das alles tut mir leid. Es tut mir von Herzen leid. Wir haben ein sehr schönes Leben miteinander gehabt.” Seit seiner Festnahme werde er ausreichend medizinisch behandelt: “Die Spritze rettet mich vor dieser heimtückischen Krankheit. Schizophrenie ist so heimtückisch.”

Zurechnungsunfähig

Der Mann wurde als zurechnungsunfähig eingestuft und in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Die Geschworenen gingen davon aus, dass er die Bluttat unter dem Einfluss seiner chronisch paranoiden Schizophrenie begangen hat und damit ein Schuldausschließungsgrund gegeben war. Die Entscheidung ist rechtskräftig.

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