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Freundin angezündet - lebenslange Haft

58-jähriger übergoss seine seine Freundin mit Benzin und zündete sie an, weil sie ihn verlassen wollte - er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Ja, ich bekenne mich schuldig. Ja, ich habe das gemacht. Ich habe sie mit Benzin angeschüttet, dann habe ich Zündhölzer angezündet, und dann weiß ich nichts mehr“, erklärte der 58-jährige Angeklagte am Donnerstag einem Wiener Schwurgericht (Vorsitz: Ilse-Maria Vrabl-Sanda). Nachbarn der 40-jährigen Florica S. schilderten dafür umso eindringlicher jene schreckliche Szene, als diese am 23. Juli 2003 als lebende Fackel aus ihrer Wohnung in Wien-Ottakring auf den Gang lief und dort unter fürchterlichen Hilfeschreien zusammenbrach.

Naum M., der sich im Straflandesgericht wegen Mordes zu verantworten hatte – die Frau war zu 70 Prozent verbrannt und am 27. Juli im AKH ihren Verletzungen erlegen -, war zu diesem Zeitpunkt längst über alle Berge: „Sie hat mir ja gesagt, ich soll weggehen und nicht bei ihr bleiben.“ Er legte sich daheim ins Bett und rasierte sich die Haare: „Sie waren ein bisschen verbrannt. Ich hätte so nicht weiter herumgehen können.“

Frau musste sterben, weil sie ihren Freund verlassen wollte

Wie Staatsanwalt Josef Holzleithner ausführte, musste die in einer Gärtnerei beschäftigte Rumänin sterben, weil sie den um 18 Jahre älteren Mann verlassen hatte. Sie hatte einen anderen kennen gelernt und war Anfang Juli bei diesem eingezogen. „Er hat sich eingebildet, sie über alles zu lieben. Er hat diese Schmach nicht verkraftet. Er hat beschlossen, ihrem Leben ein Ende zu setzen, weil sie sich nicht bereit erklärt hat, zu ihm zurück zu kehren“, erläuterte der Staatsanwalt.

Nach der Arbeit kaufte sich Naum M. laut Anklage in einer Trafik am Westbahnhof Streichhölzer. In einer nahe gelegenen Tankstelle erwarb er zwei Liter Benzin. Dann machte er sich auf den Weg nach Ottakring, drückte die Wohnungstür ein und zerschlug das Gangfenster. Florica S. soll es noch gelungen sein, ihm das erste Zündholz aus der Hand zu schlagen, das ihr Ex-Freund nach ihr werfen wollte. Ein Fluchtversuch misslang, er verstellte ihr den Weg und hatte beim zweiten Versuch Erfolg.

Einstimmiges Urteil

„Ich hab’ überhaupt keinen Gedanken gehabt. Waren es zwei Sekunden? Zwei Minuten? Ich weiß überhaupt nicht, was war“, sagte der Angeklagte. Erst auf eindringliches Befragen seines Verteidigers ließ er so etwas wie einen Ansatz von Bedauern erkennen: „Es tut mir Leid, was geschehen ist. Aber was kann ich machen?“ Naum M. wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Wahrspruch der Geschworenen fiel einstimmig aus. Der 58-Jährige nahm das Urteil nach außen hin unbewegt zur Kenntnis. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig. Der Verteidiger meldete gegen das Strafausmaß Berufung an.

Redaktion: Elisabeth Skoda

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