Freund der Ex erstochen: "Nicht in meinem Bett"

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43-jähriger Türke wollte nicht akzeptieren, dass seine Ex-Frau einen neuen Freund hatte und tötete diesen mit 15 Messerstichen - "Sie darf so was nicht machen, weil sie mit mir verheiratet ist!"

Der 43-Jährige musste sich vor einem Schwurgericht (Vorsitz: Karlheinz Seewald, Staatsanwältin Michaela Schnell) verantworten, weil er am 23. Jänner 2003 den neuen Freund seiner Ex-Frau mit 15 wuchtigen Messerstichen zu Tode brachte. Die Frau hatte sich im September 2001 scheiden lassen, weil sie die Handgreiflichkeiten ihres Mannes und sein selbstherrliches Wesen satt hatte.


Frau ist Eigentum

Saban S. akzeptiert das offensichtlich bis heute nicht. Auf Befragen des Richters meinte er, er sei nicht geschieden. „Nach türkischem Recht sind sie noch verheiratet. Es ist eine Tatsache, dass für ihn die Frau sein Eigentum ist“, erklärte Verteidiger Peter Philipp. Nach der Trennung hatte der Angeklagte der gleichaltrigen Cenan S. strikt verboten, sich einen neuen Mann zu suchen. „Ich wollte, dass sie alleine lebt, dass sie anständig lebt“, erläuterte er den Geschworenen. Die Frau verliebte sich jedoch in denn 22 Jahre alten Yahya C. Als der Ex-Mann am frühen Morgen in die Wohnung in Wien-Margareten kam, um angeblich nach seinen elf und 13 Jahre alten Kindern zu sehen („Ich hab’ die Absicht gehabt, mit ihnen ein bisschen zusammen zu sein und gemeinsam zu sitzen“), entdeckte er im Schlafzimmer den spärlich bekleideten neuen Freund. Die Frau hatte zu diesem Zeitpunkt ihre Bleibe bereits Richtung Arbeit verlassen.


“Er darf nicht in meinem Bett schlafen”

„Ich habe den jungen Mann wahrgenommen. Er war nackt. Ich habe auf ihn eingestochen, weil ich das meiner Frau nicht zugetraut hätte. Sie darf so was nicht machen, weil sie mit mir verheiratet ist!“ betonte Saban S. mit lauter, bestimmter Stimme. Schließlich begann er regelrecht zu schreien: „Das ist meine Frau! Meine Kinder! Er darf nicht in meinem Bett schlafen!“ Der Richter musste ihn mäßigen: „Sie sind nicht der Ankläger, sondern der Angeklagte!“

Wirkung hatte das keine. „Ich habe die Kontrolle verloren! Ich war bewusstlos, ich war im Koma in dieser Zeit. Was macht der fremde Mann in meinem Bett? Von meinem Geld essen?“ rief Saban S. durch den Verhandlungssaal. Mit einem Klappmesser dürfte er wie von Sinnen auf den 22-Jährigen eingestochen haben: „Ich konnte es selbst nicht glauben, wo ich ihn überall erwischt haben soll.“

Redaktion: Birgit Stadtthaler

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