Fremdenführer fordern mehr öffentliche Toiletten

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Die Fremdenführer Wiens haben anlässlich ihres 19. Welttages heute, Donnerstag, "katastrophale Infrastrukturmängel" in der Bundeshauptstadt angeprangert.

Vereinspräsidentin Bibiane Krapfenbauer-Horsky kritisierte in einer Pressekonferenz vor allem das Fehlen öffentlicher Toiletten und fremdsprachiger Informationen, aber auch den Mangel an vernünftigen Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten für Bustouristen.

Amerikanische Pensionisten auf Luxus-Donaukreuzfahrt müssten an Obdachlosen vorbei in die U-Bahn-Toilette am Stephansplatz geführt werden, klagte sie: “Es ist wirklich eine Katastrophe.” Zwar gebe es eine Anlage in der Hofburg, doch seien die Kapazitäten vor allem an Damen-WCs viel zu gering.

Krapfenbauer-Horsky zählte auch weitere Missstände auf: So gebe es rund um die Wiener Weihnachtsmärkte kaum Baby-gerechte Strukturen. Es komme daher vor, dass die umworbenen italienischen Gäste ihre Kinder bei Eiseskälte auf der Parkbank im Freien wickeln müssten. “Wenn wir damit werben, müssen die Grundbedürfnisse erfüllt sein”, betonte sie.

Auch fremdsprachige Beschilderungen oder Speisekarten seien Mangelware. Aus diesem Grund könne sie etwa ihre französischsprachigen Kunden nicht ins Kunsthistorische Museum schicken, so die Vereinspräsidentin.

Unglücklich sind die geprüften Fremdenführer auch mit den Strukturen für die Autobusse rund um die Innenstadt. So dürften die Busse am Schwedenplatz nur zum Aufnehmen der Fahrgäste halten, was zu einem Gedränge oft mehrerer Hundert Menschen auf einem kleinem Gehsteig mit wenig Sitzgelegenheiten und ohne Regenschutz führe. “Das nehmen die Menschen mit, das ist ihr letzter Eindruck”, so die Fremdenführerin.

Auch die nicht konzessionierte Konkurrenz macht den Wiener Fremdenführern zu schaffen. Vor allem beim Markt der Touristen aus dem asiatischen Raum sei dies ein Problem, und das Marktamt kontrolliere nur wenig. Zusammen mit der Wirtschaftskammer will man nun verstärkt Aufklärungsarbeit leisten.

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