Französischer Politiker empört mit Hitler-Spruch

Angebliche Beschimpfung von Sinti und Roma
Angebliche Beschimpfung von Sinti und Roma
Wegen der angeblichen Beschimpfung von Sinti und Roma mit Neonazi-Vokabular ist ein französischer Abgeordneter und Bürgermeister schwer unter Beschuss geraten. Gilles Bourdouleix von der Zentrumspartei UDI sagte nach Angaben der Zeitung "Le Courrier de l'Ouest" vom Montag bei einem Streit mit Sinti und Roma: "Hitler hat vielleicht nicht genügend von ihnen getötet".


Die Staatsanwaltschaft soll nach dem Willen von Innenministerium und Präfektur ermitteln. Innenminister Manuel Valls nannte die Äußerung am Dienstag im Sender i-tele “inakzeptabel” und forderte eine “deutliche Strafe”. Auch die UDI will Konsequenzen ziehen: Parteichef Jean-Louis Borloo verurteilte die Äußerung, Generalsekretär Jean-Christophe Lagarde kündigte ein Ausschlussverfahren an.

Bourdouleix hatte laut Lokalzeitung “Le Courrier de l’Ouest” bei einer Auseinandersetzung mit in Frankreich als “Fahrende” bezeichneten nichtsesshaften Menschen auf die entsprechende Frage eines Journalisten gemurmelt: “Hitler hat vielleicht nicht genügend von ihnen getötet.” Später versuchte er, die dokumentierte Aussage zu relativieren, und sprach von einer “skandalösen Montage”.

“Gens du voyage” heißen in Frankreich fahrende Völker wie Sinti, aber auch andere Volksgruppen. Meist haben sie die französische Staatsbürgerschaft. Als Roma werden aus Rumänien oder Bulgarien zugewanderte Nichtsesshafte bezeichnet. Während des Nationalsozialismus starben mehr als 500.000 Sinti und Roma in Konzentrationslagern oder bei Einsätzen von SS und Wehrmacht im von Deutschen besetzten Europa.

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