Frankreich: Villepin weist jede Schuld zurück

Villepin (l.) mit Präsident Sarkozy
Villepin (l.) mit Präsident Sarkozy ©APA (epa)
Im Prozess um die Rufmord-Kampagne gegen den heutigen französischen Präsidenten Sarkozy hat der angeklagte frühere Regierungschef Villepin jede Schuld von sich gewiesen. Er habe nichts von den gefälschten Kontenlisten gewusst, durch die Sarkozy in den Verdacht gebracht wurde, Schwarzgelder aus einem Waffengeschäft erhalten zu haben, sagte Villepin am gestrigen Dienstagabend vor Gericht.

“Ich habe sie niemals in Händen gehalten.” Villepin, der von 2005 bis 2007 im Amt war, drohen in dem Verfahren fünf Jahre Haft und zehn Jahre Unwählbarkeit. In der sogenannten Clearstream-Affäre waren ab Mai 2004 Kontenlisten mit den Namen von Sarkozy, weiteren Politikern und Industriemanagern in Umlauf gebracht worden. Sarkozy sah darin eine Intrige, um ihn auf dem Weg zur Präsidentschaftskandidatur zu stoppen. Villepin hatte sich seinerzeit im konservativen Regierungslager einen heftigen Machtkampf um die Nachfolge des damaligen Präsidenten Jacques Chirac geliefert.

Villepin wird in dem Verleumdungsverfahren Mittäterschaft vorgeworfen. Laut Staatsanwaltschaft hat er nichts unternommen, um die Rufmord-Kampagne zu stoppen, als er erfuhr, dass die Listen gefälscht waren. Laut den für die Ermittlungen zuständigen Untersuchungsrichtern soll er dem mitangeklagten ehemaligen EADS-Vizepräsidenten Jean-Louis Gergorin den Auftrag gegeben haben, die gefälschten Listen an die Justiz weiterzuleiten, von wo sie in die Öffentlichkeit gelangten. Villepin wird am Mittwochnachmittag (ab 13.30 Uhr) ausführlich in dem Prozess vernommen. Am Dienstag äußerte er sich nur kurz auf eine Frage des Verfahrensvorsitzenden.

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