Frankreich: Mutmaßlicher ETA-Anführer gefasst

Die französische Polizei hat am Freitagabend einen der meistgesuchten mutmaßlichen Terroristen der baskischen Untergrundorganisation ETA gefasst.

Felix Alberto Lopez de Lacalle alias „Mobutu“ soll einer der derzeitigen Anführer der Organisation und Koordinator der verschiedenen Kommandoeinheiten gewesen sein, wie die Polizei in Madrid mitteilte. Möglicherweise habe er auch im militärischen Apparat eine Schlüsselrolle gespielt, hieß es. Der 43-Jährige und seine ebenfalls als ETA-Aktivistin gesuchte Lebensgefährtin Mercedes Chivite seien bei Angouleme in Südfrankreich festgenommen worden.

„Mobutu“ habe möglicherweise sogar den Platz des im Dezember 2003 festgenommenen damaligen Militärchefs und Anführers der ETA-Terrorkommandos Gorka Palacios (29) eingenommen. Nach Lopez de Lacalle war seit fast dreieinhalb Jahren gefahndet worden. Im November 2000 war ihm eine spektakuläre Flucht aus einem Hotel in Frankreich gelungen. Mit zusammengeknoteten Bettlaken hatte er sich aus seinem Zimmer abgeseilt und war mit einem unten wartenden Fluchtwagen entkommen. Er stand damals unter Arrest und sollte nach der Verbüßung einer siebenjährigen Haftstrafe nach Spanien ausgeliefert werden.

Lopez de Lacalle gehörte der ETA seit 25 Jahren an. Lange Zeit war er einer der zwei obersten Anführer der Organisation. Angesichts der zahlreichen Festnahmen in jüngster Zeit sei er erneut in der ETA-Hierarchie aufgestiegen, hieß es. Die spanische Justiz wirft ihm die Verwicklung in mehrere Attentate mit mindestens einem Todesopfer vor. Am Morgen war bereits der mutmaßliche Logistikchef der ETA, Felix Ignacio Esparza Luri alias „Navarro“, in Frankreich festgenommen worden.

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