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Frances Ha - Trailer und Kritik zum Film

Heute läuft, nein hüpft und tänzelt Frances durch New York. Ihr Gesicht ein Ausdruck purer Freude, im Hintergrund David Bowies "Modern Love". Es ist einer der vielen schönen Momente im Leben der hochgewachsenen Endzwanzigerin, die noch so unfertig scheint wie ihr Name im Titel der wohl schönsten Komödie des Jahres. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Mit “Frances Ha” zeichnen Regisseur Noah Baumbach und Co-Autorin, Hauptdarstellerin und Lebensgefährtin Greta Gerwig in Schwarz-Weiß das lebensfrohe und eindringliche Porträt einer jungen Frau mit großen Träumen und großen kleinen Momenten. Ab Freitag im Kino.

Frances Ha: Die Geschichte

Fake-Wrestling im Park, Yoga zum YouTube-Video, Party in Chinatown. Frances (Gerwig) tanzt – sowohl als Dauerauszubildende in einer Tanzcompagnie als auch durch das Leben, mit der besten Freundin Sophie (Sting-Tochter Mickey Sumner) immer an ihrer Seite. Am Abend erzählen sie sich “unsere Geschichte”, sie handelt von beruflicher Erfüllung, vielen Liebhabern, Ehrendoktorwürden. In der Realität kommt Frances’ Tanzkarriere nicht wirklich ins Rollen, auf ihrem Konto herrscht meist gähnende Leere, und die Freundin entfernt sich mit neuer Beziehung und stabiler Lebensplanung zunehmend.

“Sorry, I’m not a real person yet”, sagt die 27-jährige Frances, als sie im Restaurant weder Kreditkarte noch Bargeld vorzuweisen hat. Und steht als “Unfertige” für eine ganze Generation an unterbeschäftigten Collegeabsolventen mit großen Träumen und wenig Halt. Der Lauf zum nächsten Bankomaten inklusive galantem Stolpern wird zu einem der Höhepunkte des Films und stellt das komödiantische Talent von US-Indie-Darling Gerwig unter Beweis. Auch sonst darf Frances dank erfrischendem Drehbuch selbstironisch glänzen: In sozialer Interaktion oft ungeschickt und mit sämtlichen Marotten ausgestattet ist Frances nicht nur “undatebar” (so ihr Mitbewohner), sondern vor allem eines: liebenswert. Da stört es nicht, dass sie vielleicht ein wenig zu oft in den Spiegel blickt, gern über den Durst trinkt und ihr Zimmer im Chaos versinkt.

Frances Ha: Die Kritik

Selbstbestimmt, offen mit dem Thema Sex umgehend, kreativ in ihren Interessen, und inniger in ihren Freundschaften als in ihren Beziehungen, steht Frances für den modernen, authentischen Typ Frau, den uns auch Lena Dunham schon in ihrer Hit-TV-Serie “Girls” nahegebracht hat. So verwundert auch das bekannte Gesicht in Form von Lev (Adam Driver) als Beinahelover und baldigem Mitbewohner nicht – nur dass Frances, anders als Titelfigur Hannah in “Girls”, weder dessen Liebe noch Anerkennung braucht. Dass etwas ganz anderes fehlt, merkt Frances – und der Zuseher – spätestens beim überstürzten Kurztrip nach Paris. Erstrahlt New York in Schwarz-Weiß lebendig und vibrierend, scheint Paris trostlos und einsam. So wie man zuvor mit Frances mit genießt, leidet man nun mit ihr – und lernt so schnell daraus, dass das unkonventionelle Happy End nicht lange auf sich warten lässt.

“Frances Ha” erinnert zwischendurch ein wenig an Woody Allens Großstadtgeschichten, dann an die französische Nouvelle vague. Noah Baumbach ergänzt seine spielerische Situationskomik, die wir schon aus “Der Tintenfisch und der Wal” (2005) oder aus “Greenberg” (2010) mit Ben Stiller (und Greta Gerwig!) kennen, Gerwig den Touch der realistischen Mumblecore-Movies, mit denen sie einst angefangen hat. Das alternative New Yorker Lebensgefühl ist spürbar, auch wenn Baumbach uns meist nur in Szenen wirft und wieder herauszieht; es sind kurze Einblicke, zersetzte, smarte Dialoge, mal kurz, mal länger. Erst wenn wir Gerwig ganz mit sich im Reinen mit ihren leiblichen Eltern als Frances zuhause in Sacramento erleben, setzt sich das Bild zu einem Ganzen zusammen. Ein Bild, das man einrahmen und aufhängen möchte. Am besten im schicken Hipster-Appartement in Brooklyn.

(APA)

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