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FPÖ schießt in Koks-Affäre gegen ÖVP-Manager Schmid

Herbert Kickl ortet ein Ablenkungsmanöver der ÖVP.
Herbert Kickl ortet ein Ablenkungsmanöver der ÖVP. ©APA/ROLAND SCHLAGER
Nach der Veröffentlichung der Kokain-Fotos von Ex-FPÖler Johann Gudenus verlangt Kickl eine Stellungnahme der ÖVP zu den Drogenvorwürfen gegen den ÖVP-nahen ÖBAG-Chef Thomas Schmid.

Die am Dienstag via "Kurier" aufgetauchten Fotos, die Ex-FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus mutmaßlich beim Drogenkonsum zeigen, hat dessen Nachfolger Herbert Kickl am Mittwoch zum Anlass genommen, die ÖVP zu attackieren. Finanzminister Gernot Blümel müsse seinerseits zu den Kokain-Vorwürfen gegen den ÖVP-nahen ÖBAG-Chef Thomas Schmid Stellung nehmen, forderte er im Nationalrat. Blümel ging nicht darauf ein.

ÖVP reagierte auf Vorwürfe nicht

Kickl ortete einen Akt der "Fünf-Hauben-Sudelküche" der Volkspartei, seien die "Ibiza-Koks-Fotos" doch gerade jetzt über den von ihm als ÖVP-"Parteizeitung" titulierten "Kurier" aufgetaucht. Die FPÖ verurteile jede Form von Drogenmissbrauch, betonte er, Gudenus aber sei längst zurückgetreten. Schmid hingegen verwalte weiter Milliardenbeteiligungen der Republik. Blümel müsse eine unmissverständliche Stellungnahme abgeben und Konsequenzen setzen.

Der Finanzminister zeigte sich davon unbeeindruckt, rief zur Rückkehr zur Sachlichkeit auf und begründete ansonsten die österreichische Linie zu den EU-Coronahilfen, dem eigentlichen Thema der "Aktuellen Europastunde". Der FPÖ widmete sich dann ÖVP-Europasprecher Reinhold Lopatka. "Behelligen Sie nicht das Hohe Haus mit der Aufarbeitung ihrer parteiintern zugegebenermaßen großen Probleme", empfahl er Kickl: "Machen Sie Ihre Therapiestunden im Klub, aber nicht hier im Plenum."

Grüne fordern Drogentests in der FPÖ

Von den Grünen setzte es ebenfalls Häme für die FPÖ. Deren Abgeordneter Michel Reimon äußerte ungläubiges Staunen darüber, dass Kickl 15 Jahre lang aufs Engste mit Gudenus zusammengearbeitet habe, aber nie etwas von dessen Drogenkonsum mitbekommen haben wolle. "Ein Drogentest im FPÖ-Klub, das wäre jetzt Transparenz", meinte er: "Landen Sie die Polizei ein, das wäre notwendig."

(APA/red)

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