FPÖ: Vienna Online trifft Heinz-Christian Strache

Der Spitzenkandidat der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), Heinz-Christian Strache, will Michael Häupl vom Bürgermeisterthron stoßen. Wir haben HC zum Interview getroffen!
HC Strache rappte gegen Häupl im Praterdome
HC Strache im Nachtwerk

1) Was sind Ihrer Meinung nach die drei wichtigsten Wienthemen, die Sie nach Ihrem Wahlsieg in Angriff nehmen würden?

Strache: 

  1. Als Erstes würde ich dafür sorgen, dass mindestens 10.000 zusätzliche Gemeindewohnungen errichtet werden – und zwar für österreichische Staatsbürger!
  2. Ich würde einen Sicherheitsstadtrat mit eigenem Geschäftsbereich installieren und einen städtischen Ordnungsdienst nach bayerischem Vorbild installieren. Die Polizei könnte sich auf ihre ureigensten Aufgaben konzentrieren, und der Ordnungsdienst würde jene Aufgaben übernehmen, die nicht in den Polizeibereich fallen. Ich würde auch dafür sorgen, dass Wien 1.500 Polizisten zusätzlich erhält.
  3. Das Subventionswesen in Wien wäre der nächste wichtige Schritt. Hier liegen Millionen, die jedes Jahr durch die SPÖ an ihre Freunderlvereine verschoben werden. Da gehört dringen aufgeräumt.

2) Warum sollten die Wiener/innen gerade Ihnen ihre Stimme geben?

Strache: Weil die FPÖ die einzige Partei ist, die frei von Zwängen und Bünden die alleinigen Interessen der Wienerinnen und Wiener vertritt.

3) Wer ist der Wiener hinter dem Politiker?

Strache: Der Wiener hinter dem Politiker ist ein Kind der Landstraße. Aufgewachsen in der Nähe des Rochusmarkt und isst für sein Leben gerne Fleischlaberln mit Erdäpfelpüree.

4) Was ist in Wien gut? Was ist in Wien schlecht?

Strache: Wien ist ein guter Platz zum Leben. Das typisch Wienerische, der Charme, das “Granteln”, die wunderschöne Architektur, das schätze ich in dieser Stadt ungemein. Schlecht ist in Wien, dass man hier überall den “roten Stallgeruch” wahrnehmen kann. Dass diese Stadt von der SPÖ nicht gestaltet, sondern nur verwaltet wird.

5) Mit wem könnten Sie Wien regieren?

Strache: Ich grenze niemanden aus. Wer bereit ist, die neue Zeit mit mir zu gestalten, der ist immer herzlich willkommen. Wir brauchen eine Regierung auf breiter Basis – und ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen.   

6) Ist die Wahlordnung in Wien reformbedürftig? Wenn ja, Wie?

Strache: Ja, das ist sie in der Tat. Es ist nicht einzusehen, dass eine Partei mit weniger als 50% die absolute Mehrheit stellt. Auch das Briefwahlrecht ist neu zu überdenken. Theoretisch kann jeder Wahlkartenbesitzer seine Stimme erst NACH dem 10. Oktober abgeben. Das ist undemokratisch und muss geändert werden. Wir brauchen auch das Rad nicht neu zu erfinden. Wir könnten jederzeit die Bundeswahlordnung analog nach Wien übernehmen. Das kostet kein Geld und ist schnell passiert!

7) Thema Mobilität:  Lösung fürs Parkplatzproblem? Wird Wiens Innenstadt kostenpflichtig für Autofahrer? Was sind Ihre Lösungsansätze?

Strache: Mobilität ist wichtig, daher fordern wir seit über zwei Jahrzehnten, dass die U-Bahnen an die Stadtgrenze bzw. in das Wiener Umland gebaut werden. Wenn dann dort auch noch P&R Anlagen gebaut werden, fangen wir Pendler richtig auf und machen ein attraktives Angebot. Der Unsinn, dass man den einfließenden Verkehr erst einmal in die Stadt lässt und dann die Menschen in die Öffis  bringen möchte, muss abgestellt werden. Dadurch wird massiv Parkraum vernichtet.

Die Innenstadt darf keinesfalls zu einer Mautzone werden – diese Systeme haben sich auch in anderen Städten als reine Geldbeschaffungsaktion ohne Lenkungsmechanismus erwiesen und sind daher abzulehnen. Wichtiger wäre es, den öffentlichen Personennahverkehr so zu attraktiveren, dass man gar nicht auf die Idee kommt, im innerstädtischen Bereich mit dem Auto zu fahren.

8) Wien gilt als eine der lebenswertesten Städte der Welt, was können wir trotzdem besser machen?

Strache: Vor allem für die Bewohner muss Wien wieder leistbar werden. Niedrigere Wohnungskosten erreiche ich etwa durch eine Umkehr vom Richtwertzins zum Kategoriewertzins sowie durch die Einberechnung der Betriebskosten in die allgemeine Wohnbeihilfe. 2009 z. B. hat die Stadt Wien 75 Millionen Gewinne aus Wasser- und Müllstgebühren erzielt. Hier wird den Wienerinnen und Wienern das Geld buchstäblich aus der Tasche gezogen. Andererseits schanzt die Wiener SPÖ ihrem Firmen-Konglomerat und ihr nahestehenden “Künstlern” und Vereinen selbst die meisten Steuergelder zu. Wir alle  erinnern uns noch an den subventionierten Gruppensex in der Secession oder die Förderung der Werke des verurteilten Kinderschänders Otto Mühl. Solche Dinge wird es bei einem Bürgermeister Strache nicht mehr geben.

9) Muss auch in Wien gespart werden, wenn ja woran?

Strache: Ja, auch in Wien muss gespart werden. Zuallererst bei der Verwaltung. Wien leistet sich rund 60.000 Beamte. Die EU hat z. B nur rund 30.000 Beamte. Ich möchte niemanden kündigen oder hinauswerfen – nur damit da keine Missverständnisse entstehen. Aber gerade bei der Neubesetzung von Posten muss man sehr drauf achten, dass dieser Apparat nicht noch weiter aufgeblasen wird. Die freiwerdenden Mittel müssen aber sinnvoll eingesetzt werden. Investiert werden muss etwa in den Wirtschaftsstandort.

In internationalen Studien gab es zuletzt schlechte Noten für Wien als Wirtschaftsstandort. Danach ist London der attraktivste Wirtschafts-standort in Europa. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Paris und Frankfurt. Wien belegt bloß Platz 28 unter den insgesamt 34 analysierten Städten. Besonders bedenklich ist, dass Wien seit der Ostöffnung zurückgefallen ist. So hat die Bundeshauptstadt im Jahre 1990 noch den 20. Platz belegt und ist damit in den letzten 19 Jahren um acht Plätze zurückgerutscht.

Auch im letzten Jahr ist Wien neuerlich von Platz 26 auf Platz 28 zurückgefallen. Heute liegen Städte wie Prag (21. Platz), Warschau (23. Platz) und Budapest (25. Platz) vor der Bundeshauptstadt. Wien ist damit in den letzten 19 Jahren von den ostmitteleuropäischen Metropolen klar überholt worden. Hier zeigt sich, dass die SPÖ-Propaganda eben immer einen Teil der Wahrheit verschweigt. Leider den wichtigeren Teil .

10) Ihre persönliche Botschaft an alle Wiener/innen?

Strache: Wien ist eine schöne Stadt. Aber es gibt Fehlentwicklungen. Passen wir darauf auf, dass auch unsere Kinder und Enkelkinder noch ein lebenswertes Wien vorfinden! 

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