Großteil der Föten mit Herzfehlern: Weitere Auffälligkeit(en) im MRT

Manche Babys sind von Herzfehlern betroffen.
Manche Babys sind von Herzfehlern betroffen. ©APA/dpa/Fredrik Von Erichsen (Symbolbild)
Die Mehrheit von Föten mit Herzfehlern weist im MRT zumindest eine zusätzliche Auffälligkeit auf. Das geht aus einer Studie am AKH hervor.

Herzfehler gehören zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen und betreffen fast ein Prozent aller Neugeborenen. Zusätzlich treten oft Anomalien wie Fehlbildungen am Gehirn oder anderen Organen auf. Mit einer Magnetresonanztomographie schon beim ungeborenen Kind können diese Auffälligkeiten erkannt werden, berichtet die MedUni Wien anhand einer Studie am AKH. Diese zeigt, dass von Föten mit Herzfehlern knapp 57 Prozent mindestens eine weitere Auffälligkeit im MRT aufweisen.

Hirnanomalien teilweise vorhanden

Bei fast einem Viertel zeigten sich strukturelle Hirnanomalien, wurde am Montag in einer MedUni-Aussendung erläutert. Der Schweregrad der Herzfehler hat dabei keinen Einfluss auf die Häufigkeit weiterer Fehlbildungen von anderen Organen. "Derzeit wird das fetale MRT noch nicht überall zur vorgeburtlichen Abklärung bei Föten mit Herzfehlern eingesetzt", berichtete Gregor Dovjak von der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin und Erstautor der Studie.

Hier finden täglich fetale MRT statt

"Unsere Ergebnisse sprechen dafür, dass ein fetales MRT eine sinnvolle Ergänzung zum Ultraschall darstellt", betonte der Mediziner. Eine besondere Stärke ist die exakte Beurteilung struktureller Gehirnauffälligkeiten, die im Ultraschall teilweise schwierig zu erkennen sind. Durch diese zuverlässige pränatale Bildgebung können Anomalien erkannt und frühzeitig weitere Behandlungsschritte eingeleitet werden, betonte die MedUni. An der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin werden täglich mehrere fetale MRT durchgeführt.

Für die Studie wurden 442 Föten mit Herzfehlern zwischen der 17. und 38. Schwangerschaftswoche untersucht. Die Ergebnisse wurden im "Journal of the American College of Cardiology" veröffentlicht.

(APA/Red)

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