Foda setzt auf Kontinuität: ÖFB-Team unverändert in EM-Quali

Laut Foda gab es "harte Entscheidungen".
Laut Foda gab es "harte Entscheidungen". ©APA/HERBERT PFARRHOFER
Beim ÖFB-Team gibt es keine Überraschungen. Bei der Spiel gegen Lettland und Polen werden die gleichen Spieler wie gegen Israel und Slowenien dabei sein.

Überraschungen sind erwartungsgemäß ausgeblieben: Österreichs Fußball-Teamchef Franco Foda setzt in den EM-Qualifikationsspielen gegen Israel (10. Oktober) und in Slowenien (13. Oktober) auf jene Akteure, die auch gegen Lettland (6:0) und in Polen (0:0) dabei waren. Dazu zählt der zuletzt für Peter Zulj nachnominierte Thomas Goiginger, der dem wieder fitten Anderlecht-Legionär vorgezogen wurde.

Foda: "Es gab harte Entscheidungen"

"Zulj hat letzte Woche erstmals wieder gespielt, Schöpfi (Anm.: Alessandro Schöpf) hatte einen Kurzeinsatz bei Schalke. Es gab harte Entscheidungen, andere Spieler hätten sich auch eine Einberufung verdient", sagte Foda am Dienstag in Wien. Auf Änderungen verzichtete er aus einem Grund. "Die Mannschaft hat zuletzt sehr gut gespielt und darüber hinaus hat mich jeder Spieler in den Trainings und Spielen überzeugt", erläuterte der 53-Jährige.

Fehler von Hinteregger vom Tisch

Martin Hinteregger hatte zuletzt gegen Polen aus disziplinären Gründen keine Rolle gespielt. "Martin hat einen Fehler gemacht. Es ist normalerweise üblich, dass man seinen Geburtstag feiert, aber es war der falsche Zeitpunkt. Ich habe sehr intensiv mit ihm darüber gesprochen und das Wichtigste war, dass er sich beim Trainerteam, Betreuerteam und auch der Mannschaft entschuldigt hat. Alles andere wurde intern mit dem Spielerrat erledigt, deshalb ist das Thema für mich erledigt", verlautete Foda.

Mit einem neuerlichen Fehltritt des Frankfurt-Stammspielers, der während des letzten Teamcamps anlässlich seines 27. Geburtstages eine Partynacht einlegte, rechnet er nicht. "Ich gehe zu 100 Prozent davon aus, dass das nicht mehr passieren wird", betonte der Ex-Sturm-Coach. Gut möglich ist, dass Hinteregger gegen Israel sein Comeback gibt und dessen überzeugender Ersatzmann Stefan Posch wieder ins zweite Glied rücken muss. Foda hielt sich alles offen.

"Ich habe gerade auf dieser Position die Qual der Wahl, werde mir einen Überblick verschaffen und dann eine Entscheidung treffen", sagte der ÖFB-Teamchef. Gegen Lettland spielten Aleksandar Dragovic und Hinteregger im Abwehrzentrum, in Polen Dragovic und Debütant Posch. "Posch hat ein sehr gutes Spiel abgeliefert, seine Sache sehr gut gemacht. Für Trainer gibt es nichts Besseres, dass alle Spieler, wenn sie eingesetzt werden, gute Leistungen abliefern", so Foda, der auch noch Philipp Lienhart als Alternative hat.

David Alaba wurde rechtzeitig fit

Gut ist für das ÖFB-Team, dass David Alaba nach seinem Muskelfaserriss im Adduktorenbereich rechtzeitig fit wurde. "Er hat seine Verletzung auskuriert, es geht ihm gut", so Foda, der auf ein Comeback des Bayern-Linksverteidiger am (heutigen) Dienstag im Champions-League-Duell bei Tottenham hoffte.

Gegen Israel hat das ÖFB-Team nach dem Auswärts-2:4 am 24. März etwas gutzumachen. "Das Spiel hätte auch anders verlaufen können aufgrund unserer Tormöglichkeiten", blickte Foda noch einmal zurück. Seit damals habe sich die israelische Mannschaft "schon verändert". "Sie haben von der Formation und dem System zuletzt unterschiedlich agiert, wir werden uns auf alle Szenarien vorbereiten."

Aufeinandertreffen mit Israels Teamchef Andreas Herzog

Wie schon im Frühjahr kommt es zum Aufeinandertreffen mit Israels Teamchef Andreas Herzog. Die Wutrede des ÖFB-Rekordnationalspielers nach dem 2:3 in Slowenien war legendär. "Ich kenn ihn schon lange, er ist ein sehr umgänglicher, lustiger Typ. Im Fußball gibt es außergewöhnliche Situationen, da können solche Sachen schon passieren, Emotionen gehören zum Fußball dazu", schilderte Foda.

Sein Team ist in der Qualifikation vier Spiele unbesiegt, ging dabei dreimal als Sieger vom Platz. "Das Selbstvertrauen ist sehr, sehr groß, das hat gerade das letzte Spiel in Polen gezeigt", sagte der Deutsche. An die Leistung in Warschau gelte es anzuschließen. "Wir müssen genauso auftreten wie in Polen. Da war die Mannschaft sehr dominant und hat mit viel Mut und Risiko nach vorne gespielt." Erfolgsfaktoren gegen die Israeli seien zudem ein aggressives Spiel gegen den Ball und ein gutes Umschaltspiel. Eine Rolle soll zudem der "zwölfte Mann" spielen. "Ich hoffe, dass das Stadion voll ist, auf einen Hexenkessel", so Foda.

Die Gruppe G ist vier Runden vor Schluss noch sehr ausgeglichen, Polen (13), Slowenien (11), Österreich (10), Israel (8) und auch Nordmazedonien (8) dürfen sich noch Hoffnungen auf die ersten beiden Plätze und damit EM-Fixtickets machen. "Wir sind uns bewusst, dass wir es in der eigenen Hand haben. Auf uns warten ganz wichtige Spiele, wir müssen gegen Israel gewinnen", gab Foda die Marschroute vor.

Foda: "Alle Mannschaften haben gut performt"

Die Vorbereitung dafür ist äußerst kurz. Nur zwei intensive Einheiten am Dienstag und Mittwoch stünden zur Verfügung. Zuvor müssen viele ÖFB-Akteure vor den Ligaspielen am Wochenende auch noch im Europacup antreten. Foda freute sich über den Erfolgslauf der ÖFB-Teams zum Start der Champions League (Salzburg) und Europa League (LASK und WAC): "Alle Mannschaften haben gut performt, das ist sehr positiv für den österreichischen Fußball. Und davon kann auch das Nationalteam profitieren."

ÖFB-Teamchef Foda über Nations-League-Aufstockung erfreut

Österreichs Fußball-Teamchef Franco Foda freut sich über die Reform der Nations League. "Ich finde es besser, dass du Vierergruppen hast", sagte der 53-Jährige am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Wien. Eine Begründung ließ er folgen: "Wir haben es ja auch gespürt. Wenn du eine Dreiergruppe hast und gleich das erste Spiel verlierst, ist es schon schwierig noch Platz eins zu belegen."

Das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) beschloss am 24. September bei seiner Sitzung in Ljubljana eine Reform der Nations League, die eine Aufstockung der A-Liga von 12 auf 16 Mannschaften beinhaltet. Österreich spielt weiter in der ebenfalls auf 16 Teams aufgestockten B-Liga. Auch die C-Liga wird künftig mit 16 Teams gespielt. Dadurch wird im Herbst 2020 in jeweils vier Vierergruppen gespielt und nicht wie bei der Premiere in Dreiergruppen. Mit der sieben Länder umfassenden D-Liga nehmen wie bisher 55 Nationen teil, die Anzahl der Spiele steigt aber von 138 auf 160.

Die Auslosung der zweiten Auflage erfolgt am 3. März 2020 in Amsterdam. Die möglichen Gegner von Österreich sind Schottland, Norwegen, Serbien, Finnland, Slowakei, Türkei, Irland, Nordirland, Bulgarien, Israel, Ungarn und Rumänien. Die Sieger der vier Gruppen der Ligen B, C und D steigen wie bisher in die nächsthöhere Klasse auf, die vier Gruppensieger der A-Liga spielen im Juni 2021 ein Finalturnier.

(APA/Red)

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