Fünf Lawinentote in Österreich an einem Tag

Am Donnerstag herrschte Warnstufe 3 bis 4 auf der fünfstufigen Gefahrenskala
Am Donnerstag herrschte Warnstufe 3 bis 4 auf der fünfstufigen Gefahrenskala ©bilderbox.at (Symbolbild)
Fünf Todesopfer forderten Lawinenabgänge im freien Gelände in Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Oberösterreich. Am Donnerstag herrschte Warnstufe 3 bis 4 auf der fünfstufigen Gefahrenskala, Experten hatten vor der heiklen Situation gewarnt.
Hohe Lawinengefahr in den Bergen

Zwei Snowboarder – vermutlich Oberösterreicher – kamen in Werfenweng im Salzburger Pongau abseits der Piste ums Leben. Ein 22-jähriger Deutscher starb am Abend im LKH Feldkirch, nachdem er am Nachmittag 45 Minuten lang unter Schneemassen begraben war. Eine 29-jährige Oberösterreicherin kam bei einem Abgang auf dem Kasberg im Bezirk Gmunden um. Am Sonntagsköpfl oberhalb von Hochfügen im Tiroler Zillertal war eine Tourengeherin aus Bayern das Opfer.

Zwei Snowboarder in Werfenweng verschüttet
Die beiden getöteten Männer in Werfenweng waren Variantenfahrer, die unterhalb der Bergstation die Piste durch den Wald abfuhren und sich dann ins freie Gelände begaben, in dem am Nachmittag mehrere kleinere Lawinen niedergegangen waren, schilderte Maria Riedler von der Bergrettung. Die Snowboarder waren zu dritt unterwegs gewesen, doch einer verabschiedete sich zu Mittag. Als seine beide Kumpels am Abend nicht zurückkamen, schlug er Alarm. Die Bergrettung fand die beiden Männer tot in einer Tiefe von circa 30 Zentimetern, doch hatten sie keine Luft zum Atmen.

Vorarlberg: Snowboarder 600 Meter mitgerissen
Der junge Deutsche aus Baden-Württemberg, der in Vorarlberg verstarb, war ebenfalls ein Snowboarder. Er hatte das Schneebrett gemeinsam mit drei Begleitern im freien Skiraum des grenzüberschreitenden Skigebiets Kanzelwand-Fellhorn (Kleinwalsertal) ausgelöst. Bei seiner Bergung hatte der 22-Jährige das Bewusstsein bereits verloren. Er war von der Lawine 600 Meter weit mitgerissen worden und eineinhalb Meter tief verschüttet. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber ins LKH geflogen.

“Sie mussten sogar über den Lawinenabriss drüberfahren”, konnte Bürgermeister Werner Strohmaier das Verhalten der Gruppe nicht nachvollziehen. “Es war mehr als gefährlich für die Einsatzkräfte.” Seinen Angaben zufolge fuhren die vier im Bereich der Gehrenspitze in einen Hang ein, in dem kurze Zeit zuvor bereits eine Lawine losgetreten worden war. Es handelte sich um den dritten Lawinentoten in Vorarlberg innerhalb von zwei Tagen.

Lawinendrama im Zillertal
Bei der Lawine im Zillertal konnte der Begleiter der getöteten Frau nach ersten Informationen der Bergretter erst Stunden nach dem Unglück einen Notruf über Handy absetzen. Erst in den Abendstunden wurde der ebenfalls aus Bayern stammende Skitourengeher, der sich erst nach Einbruch der Dunkelheit aus den Schneemassen befreien konnte, lebend geborgen und ins Krankenhaus geflogen. Die Leiche seiner Freundin wurde erst nach 21.00 Uhr geborgen.

Lawinenopfer in Oberösterreich
Die Frau auf dem Kasberg in Oberösterreich hatte keinen Lawinenpiepser bei sich. Sie wurde nach einer Stunde geborgen. Reanimationsversuche blieben erfolglos. 50 Einsatzkräfte waren hier im Einsatz. Ihre beiden Begleiter hatten sich vor den herannahenden Schneemassen in Sicherheit gebracht.

Fachleute hatten gewarnt
Am Donnerstag herrschte Warnstufe 3 bis 4 auf der fünfstufigen Gefahrenskala. Fachleute hatten auf die heikle Situation aufmerksam gemacht und auf die Möglichkeit spontan oder schon durch geringe Zusatzbelastung abgehender Lawinen hingewiesen.

Opfer auch in Bayern und der Schweiz
Am Donnerstag verschüttete eine Lawine auch in den Allgäuer Alpen drei britische Armeeangehörige, die bei Oberstdorf in Bayern an einem Skitourenlehrgang teilnahmen. Zwei der Verunglückten konnten lebend geborgen werden, für einen dritten kam jede Hilfe zu spät, teilte die Polizei am Abend in Kempten laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) mit. Bei Lauterbrunnen im Berner Oberland wurde zudem ein Skitourenfahrer, der offenbar alleine unterwegs war, von einer Lawine rund 200 Meter weit mitgerissen und verschüttet. Schwer verletzt wurde er in ein Spital geflogen, wo er kurze Zeit später starb, meldete die Schweizerische Depeschenagentur.

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