Flugzeugunglück von Sao Paulo hat juristisches Nachspiel

Nach dem Flugzeugunglück mit rund 200 Toten in Sao Paulo haben Angehörige eines der Opfer in den USA Schadenersatzklage gegen die brasilianische Fluggesellschaft TAM und den Flugzeugbauer Airbus eingereicht.

TAM und Airbus werden darin Nachlässigkeiten bei der Konstruktion, der Wartung und dem Betrieb der Unglücksmaschine vorgeworfen, wie der Fernsehsender TV Globo am Dienstag berichtete.

In einer Erklärung der Anwälte hieß es demzufolge, nach den bisherigen Erkenntnissen habe TAM gewusst, dass es Probleme mit der Unglücksmaschine gegeben habe: Einer der Schubumkehrer des Airbus A320 sei abgeschaltet gewesen. Die Schubumkehr dient als Flugzeugbremse.

Die mit der Klage betraute Anwaltskanzlei in Miami im US-Bundesstaat Florida wurde nach eigenen Angaben bereits von mehreren Hinterbliebenen des Unglücks wegen möglicher Schadenersatzklagen angesprochen. Anwalt Steven Marks wies in der Erklärung darauf hin, dass jedem der Betroffenen der Rechtsweg in den USA offen stehe. Das brasilianische Nachrichtenmagazin „Veja“ berichtete am Samstag, Ermittler gäben den Piloten die Schuld, weil der Schubumkehrhebel in der falschen Position gewesen sei. Die brasilianische Flugaufsichtsbehörde wies den Bericht als „voreilig und unglücklich“ zurück.

Bei dem Unglück vor zwei Wochen waren nach Schätzungen der Behörden fast 200 Menschen getötet worden. Der Airbus mit 187 Menschen an Bord war bei der Landung auf dem Flughafen Congonhas im Zentrum von Sao Paulo bei Regen über die Landebahn und eine Straße hinausgeschossen und in ein Gebäude außerhalb des Geländes gerast.

  • VIENNA.AT
  • Chronik
  • Flugzeugunglück von Sao Paulo hat juristisches Nachspiel
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen