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Flughäfen: Verbotenes im Handgepäck

Immer noch wird Verbotenes im Handgepäck verstaut.
Immer noch wird Verbotenes im Handgepäck verstaut. ©Bilderbox (Symbolbild)
Während weniger Schusswaffen und Messer bei Kontrollen einkassiert worden sind, ist die Menge an sichergestellten Flüssigkeiten 2010 exorbitant gestiegen. Auch Kurioses wurde konfisziert.

Eine Pensionistin mit einer “Gummiwurst” – so nennt der Volksmund einen Polizei-Schlagstock -, ein Schlagring in Form eines Katzengesichtes oder Muttermilch in einer Kühlbox: Wer bei den Sicherheitskontrollen auf Österreichs Flughäfen beschäftigt ist, hat einiges zu erzählen. Doch abseits solcher Highlights hat sich laut Statistik des Innenministeriums ein Trend im Vorjahr fortgesetzt: Wieder wurden weniger Gegenstände an den Sicherheitskontrollen der heimischen Airports zurückgewiesen als im Jahr davor.

Konkret waren es im vergangenen Jahr 41.376 Gegenstände, die nicht im Handgepäck mitfliegen durften. 2009 blieben 41.761 Sachen am Boden, um knapp 400 mehr. Den weitaus größten Anteil hatten wie immer spitze und scharfe Gegenstände, dazu zählen Werkzeuge, Scheren und Messer, die nicht als Waffen einzustufen sind. Ihre Zahl stieg von 2009 auf 2010 sogar von 34.082 auf 37.157. Hingegen ging die Zahl der sichergestellten Messer, die als Waffen einzustufen sind, eklatant zurück: Von 713 auf 53.

Munition: Steigerung von 100 Prozent

Ähnliches gilt für Schusswaffen und Kriegsmaterial: In dieser Kategorie wurden im Vorjahr 21 Gegenstände aus dem Verkehr gezogen, 2009 waren es noch 150. Bei der Munition gab es hingegen eine Steigerung um beinahe 100 Prozent – von 215 im Jahr 2009 auf 417. Die Zahl der sichergestellten Schlagwaffen ging ebenfalls deutlich von 781 auf 67 zurück. Und das, obwohl eine Pensionistin am Grazer Flughafen mit einem Schlagstock im Handgepäck erwischt wurde. Noch mehr erstaunt waren die Polizisten über die Erklärung der älteren Dame: Sie sei unterwegs zu einem Fest, für das sie sich als Security-Mitarbeiterin verkleiden wollte.

Wenn man den Zahlen glauben darf, ist die Menge der sichergestellten Flüssigkeiten exorbitant gestiegen. Demnach wurden 566.717 Kilogramm im Jahr 2010 sichergestellt. Das wären pro Tag etwa 1,5 Tonnen. Für 2009 war die täglich sichergestellte Menge mit 585 Kilo angegeben worden. Aber, so relativierte das Innenministerium, es handle sich bei diesen Angaben um Schätzungen.

Muttermilch in der Kühlbox

Weitere Highlights: Ebenfalls in Graz behauptete ein Passagier, bei der Sicherheitskontrolle wäre ein Taschenmesser übersehen worden. Der Mann wurde daraufhin in einen Untersuchungsraum gebracht und dort penibelst kontrolliert. Doch die Beamten fanden nichts und ermahnten den Passagier daraufhin, solche Äußerungen in Zukunft zu unterlassen. Eine Frau hatte ebenfalls in Graz Muttermilch in einer Kühlbox dabei. Die zulässige Menge war dabei überschritten.

In Klagenfurt wurden unter anderem Schneeketten und eine Badearmatur sichergestellt. Und eine Salzburger Spezialität waren einmal mehr die Flaschen mit 80-prozentigem Rum. Wegen Brandgefahr werden sie aus dem Verkehr gezogen.

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