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Flughafen Wien: AUA steuert noch immer Tokio an

Vom Flughafen Wien aus steuert die AUA weiterhin Tokio an.
Vom Flughafen Wien aus steuert die AUA weiterhin Tokio an. ©APA
Fluggäste, Besatzung und Fluggerät werden ständig auf erhöhte Strahlenwerte gecheckt, bisher gab es erst einen Ausschlag am Geigerzähler – bei einem Patienten nach Kontrastmitteleinnahme.
Kritik an Geigerzähler-Kontrollen

Bei der AUA (Austrian Airlines) steht Tokio trotz der Atomkrise weiterhin auf dem Flugplan, die Crews übernachten aber nicht mehr in Tokio, sondern in Seoul. Auch aufgetankt wird nicht mehr in Tokio. Die Maschinen heute und morgen, Freitag, werden wie gewohnt vom Flughafen Wien nach Tokio abheben. Täglich wird in Krisenmeetings nach der aktuellen Lage entschieden, das kann im Notfall sehr kurzfristig sein.

Fluggäste, Besatzung und Fluggerät werden auf erhöhte Strahlenwerte gecheckt. “Es gibt derzeit keine ungewöhnliche oder besorgniserregende oder erhöhte Strahlenbelastung”, sagten die Vorstände Andreas Bierwirth und Peter Malanik am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz. Bei jedem Japanflug ist ein ABC-Experte an Bord.

Freiwillige bei AUA-Flügen

Ein einziges Mal habe bisher der Geigerzähler ausgeschlagen. Das war bei einem Passagier, der sich vor der Reise einer medizinischen Untersuchung mit einem radioaktiven Kontrastmittel unterzogen hatte.

Seit vergangenem Samstag fliegt die AUA auch nur mehr mit Freiwilligen nach Tokio, wie immer bei Flügen in Krisenregionen. Wegen der Rotation über Seoul braucht die Airline ein Viertel mehr Crew-Mitglieder. Aus organisatorischen Gründen wird deshalb in den nächsten Tagen ein einzelner Flug ausfallen.

“Diese Art der Operation kostet uns momentan mehr”, so der Vorstand. Man sei in beide Richtungen gut gebucht. Weiterhin offen behält die AUA auch ihr Stadtbüro in Tokio.

Auswirkungen auf AUA?

Die Katastrophe in Japan ist bei der AUA ebenso wie bei der Lufthansa eine der neuen Unwägbarkeiten für das Ergebnis 2011. Man hofft aber doch, dass sich die Krise zeitlich in engen Grenzen hält und die Auswirkungen einer Krise in Japan auf die Weltwirtschaft ebenfalls begrenzt bleiben. “Wir haben Japan natürlich auf der Watchlist”, sagte Bierwirth.

Die AUA sei mit der Aufrechterhaltung des Flugbetriebs nach Tokio nicht “mutiger” als die Mutter Lufthansa, die in ihrem Sonderflugplan statt Tokio nur mehr Osaka und Nagoya anfliegt, hieß es heute weiter. Die AUA flog bisher nicht dorthin. Auch Osaka stand in diesen Tagen zur Debatte, “aber derzeit bekäme man dort nicht einmal mehr ein einziges Hotelzimmer für die Crew”, mutmaßt man bei der Airline in Wien.

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