Flüchtlinge aus der Ukraine wollen Hotels in Rimini nicht verlassen

Kriegsflüchtlinge, die in Rimini untergebracht wurden, wollen die Stadt nicht verlassen
Kriegsflüchtlinge, die in Rimini untergebracht wurden, wollen die Stadt nicht verlassen ©Pixabay (Sujet)
700 ukrainische Kriegsflüchtlinge, die in Hotels in der norditalienischen Adria-Badeortschaft Rimini untergebracht sind, haben sich am Montag geweigert, auf andere Regionen Italiens verteilt zu werden.
Vorbereitungen auf Ukraine-Flüchtlinge

Das Innenministerium hatte die Verteilung von ukrainischen Flüchtlingen, die derzeit in Hotels in Rimini untergebracht sind, auf sieben andere Regionen beschlossen. Doch lediglich 128 Personen willigten ein, Rimini zu verlassen, berichteten italienische Medien.

Große ukrainische Gemeinde in Rimini - Flüchtlinge wollen bleiben

Die anderen Flüchtlinge erklärten, sie wollten in der Badeortschaft bleiben, weil sie hier Verwandte oder Freunde haben. In Rimini lebt eine große ukrainische Gemeinde. Rund 2.000 Flüchtlinge sind derzeit bei Freunden, oder Verwandten untergebracht.

700 Flüchtlinge befinden sich in Hotels, die derzeit noch geschlossen sind, weil die touristische Saison noch nicht begonnen hat, wobei die Kosten für die Flüchtlingsversorgung, die ausschließlich von den Hoteliers getragen werden, in einem Monat bereits mehr als 150.000 Euro betragen. "Eine Situation, die die Hoteliers, die in ganz Italien zu einem Vorbild für Gastfreundschaft geworden sind, erschöpft", klagte Giosue Salomone, Präsident des Hotelierverbands von Rimini Riviera Sicura, die in den vergangenen Wochen fast 900 Flüchtlinge in den Hotels ihrer Mitglieder aufgenommen hat.

Hotels leisten humanitäre Hilfe für Flüchtlinge aus der Ukraine

"Unsere Hoteliers sind sich darüber im Klaren, dass die Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge mit hohen Kosten verbunden ist und dass sie 18 Stunden am Tag arbeiten müssen, aber sie tun es mit humanitärem Geist. Wir hoffen aber, dass in wenigen Tagen die Aufnahme der Flüchtlinge von den italienischen Institutionen übernommen wird. Bis dahin wird keines unserer Hotels auch nur einen einzigen Flüchtling auf der Straße lassen. Aber wir müssen stabile Lösungen für sie finden, und zwar schnell", so Salomone.

Mehr als 70.000 Kriegsflüchtlinge in Italien

Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine sind mehr als 70.000 Kriegsflüchtlinge in Italien eingetroffen. In dem Mittelmeerland lebte bereits vor dem Krieg eine der größten ukrainischen Gemeinschaften der EU.

(APA/Red)

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