Flöttl: BAWAG hat sich durch mich Geld erspart

Der erfolglose Investmentbanker Wolfgang Flöttl erhielt für die Verwertung seiner der BAWAG nach dem großen Verlust übertragenen Bilder sogar noch eine Provision von fünf Mio. Dollar (3,72 Mio. Euro).

„Die BAWAG hat sich sicherlich durch mich Geld erspart“, zeigte sich Flöttl heute Montag beim BAWAG-Prozess überzeugt, diese Provisionszahlung auch wert gewesen zu sein. Durch seine guten Verbindungen am Kunstmarkt und beim Auktionshaus Sotheby’s seien die Kosten beim Verkauf der Kunstwerke niedriger ausgefallen, beteuerte Flöttl.

Die Gemälde habe er um insgesamt 290 Mio. Dollar verkauft. Der erste große Totalverlust an BAWAG-Geldern durch Flöttl-Spekulationen belief sich aber auf 639 Mio. Dollar. Insgesamt betrug der Verlust für die Bank aus den Flöttl-Geschäften zwischen 1998 und 2000 laut Anklageschrift rund 1,44 Mrd. Euro.

Flöttl war somit selber Treuhänder für die von ihm der BAWAG übertragenen Sicherheiten und hat sie auch selber verwertet. „Hätte die BAWAG die Bilder nicht selber verkaufen können?“, fragte Richterin Claudia Bandion-Ortner. Das sei völlig undenkbar gewesen, „ich hätte nicht gewusst, wen ich anrufen sollte“, entgegnete der damalige BAWAG-Generalsekretär Peter Nakowitz. Außerdem wäre ein Verkauf solcher Kunstwerke durch die Bank aufgefallen.

Staatsanwalt Georg Krakow hat unterdessen versucht, sich über die Lage des Kunstmarkts 1998 – dem Jahr des Totalverlusts durch Flöttl und der Übertragung seiner Bildersammlung an die BAWAG – schlau zu machen. In den von ihm durchgesehenen Magazinen habe er aber keinen Hinweis darauf gefunden, dass der Kunstmarkt damals am Boden gelegen sei, wie Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner mehrfach vor Gericht ausgesagt hatte, sondern eher im Gegenteil, sagte Krakow. Elsner könne selber in den Journalen nach Hinweisen dazu suchen, überreichte er dem Ex-Bank-Chef die Kunstmagazine als Lesestoff. Elsner hatte unter Verweis auf die schlechte Lage am Kunstmarkt die Differenzen der Schätzpreise zu den tatsächlich erzielten Verkaufspreisen zu begründen versucht.

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