FK Austria Wien vor Spiel gegen Porto: Ein Tor muss her

"Das erste Tor wäre schön, aber der erste Sieg noch schöner", so das bescheidene Ziel von Austria-Trainer Nenad Bjelica vor dem Aufbruch nach Porto am Montag. Nach vier Spieltagen steht für Österreichs Meister in der Fußball-Champions League ein eroberter Punkt in St. Petersburg zu Buche, auf die Torpremiere warten die Violetten noch vergeblich. Am Dienstag soll sich das ändern.
0:4 gegen Atletico
Austria Wien auf dem Vormarsch

Bei zwei ausstehenden Partien lebt für die Favoritner sogar noch die kleine Chance auf das Überwintern im internationalen Geschäft. Atletico Madrid steht mit der Maximalausbeute von zwölf Zählern als Sieger der Gruppe G fest, dahinter rangieren Zenit (5) und Porto (4).

Austria will zumindest ein Tor erzielen

Gelingt den Russen rund drei Stunden vor dem Ankick in Portugal daheim gegen Atletico kein Punktgewinn, reicht der Austria ein Zähler, um am 11. Dezember im Ernst-Happel-Stadion ein Endspiel mit Zenit um Platz drei zu erreichen. Dieser qualifiziert für den Umstieg ins Sechzehntelfinale der Europa League. Mit einem Sieg in Porto wäre für die Wiener theoretisch sogar noch der zweite Rang möglich.

Derartige Rechenspiele sollten vorerst aber passe sein. “Wir wollen uns gut präsentieren und etwas mitnehmen. Uns ist bewusst, dass das sehr schwer wird, Porto ist die bessere Mannschaft”, meinte Trainer Nenad Bjelica. Insgeheim ist die Hoffnung auf eine Sensation dennoch vorhanden. “Wir werden probieren, Porto mit unseren Mitteln zu überraschen. Das erste Tor wäre schön, aber der erste Sieg noch schöner”, sagte Bjelica.

Champions League nicht ohne Punktegewinn

Für die Austria geht es auch darum, nicht ein ähnliches Schicksal wie Maccabi Haifa zu erleiden. Die Israeli blieben in der Gruppenphase 2009 ohne Torerfolg – sie schafften damals aber auch keinen Punktgewinn. Philipp Hosiner und Co. wollen die Null bei den erzielten Treffern jedenfalls endlich ad acta legen. Einen violetten Sturmlauf wird es im Drachen-Stadion (Estadio do Dragao) jedoch nicht geben.

“Wir werden nicht auf Teufel komm raus stürmen, sondern versuchen, kompakt zu stehen”, winkte Hosiner ab. Bei Balleroberung schnell umschalten lautet die Devise. “Wie wir es auch gegen Innsbruck getan haben”, erklärte Bjelica, um aber umgehend zu betonen: “Porto ist aber sicher ein anderes Kaliber.”

Unentschieden brachte Wienern einen Punkt

Beim 0:1 in Wien beim ersten Auftritt der Austria in der Champions League hielt der Debütant gegen Portugals Meister gut dagegen. Nach dem Gegentor durch Lucho Gonzalez traf Stankovic nur die Stange, Hosiner ließ ebenfalls zwei Chancen aus. In St. Petersburg holte die Austria danach einen Punkt.

Von Atletico waren der Austria die Grenzen mit einem 0:3 in Wien und einem 0:4 in Madrid zuletzt dann knallhart aufgezeigt worden. Die Spanier dürften in der aktuellen Form aber eine Klasse über Porto stehen. “Atletico war eine Nummer zu groß, Zenit und Porto aber auf Augenhöhe. Wenn das Glück auf unserer Seite ist, könnte etwas möglich sein”, meinte Hosiner.

Abreise nach Porto am Montag

Die Nordportugiesen offenbarten zuletzt auch kleine Schwächen, nach einem 1:1 am Wochenende zu Hause gegen Nacional Funchal gab es Pfiffe von den Rängen. Gegen Atletico und Zenit setzte es Heimniederlagen. “Sie haben Schwierigkeiten gehabt in der Champions League und der Meisterschaft, das gibt uns Chancen”, erkannte Bjelica.

Montagfrüh saßen 20 Profis im extra mit Austria-Logo gebrandeten Flugzeug in die Hafenstadt am Douro. Im Kader stand überraschend auch Florian Mader, nachdem der Mittelfeldspieler aufgrund eines Muskelfaserrisses länger auszufallen drohte. Als Zuschauer mit dabei ist der Langzeitverletzte Alexander Grünwald. Alexander Gorgon und Marko Stankovic, der nach seiner Wadenverletzung für die Liga-Partie in Grödig ein Thema ist, blieben daheim. Als Maskottchen begleitete übrigens auch Ex-Portugal-Legionär Roland Linz den Austria-Tross.

Statistik spricht nicht für die Violetten

Eine personelle Rochade nach dem 5:0 in Innsbruck scheint unwahrscheinlich. Die Abwehr mit Kaja Rogulj und Manuel Ortlechner vor dem starken Heinz Lindner stand sicher. Im offensiven Mittelfeld machte Roman Kienast eine bessere Figur als zuletzt Tomas Simkovic und Tomas Jun. Der 19-jährige Thomas Murg dürfte an der Flanke ebenfalls gesetzt sein.

Trist sieht die Ausgangslage für die Austria mit Blick auf die Statistik aus: Alle vier bisherigen Europacup-Auswärtsauftritte in Portugal gingen verloren. Im neuen Jahrtausend setzte es 2002 im UEFA-Cup (2. Runde) in Porto ein 0:2, 2006 in der Champions-League-Qualifikation bei Benfica Lissabon ein 0:3. 2009 ging die Austria dann bei Nacional Funchal in der Europa-League-Gruppenphase als 1:5-Verlierer vom Platz. (APA)

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