Fix: Platzsperre beim Opernball

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Der Opernball hätte in diesem Jahr ohne behördliches Platzverbot auskommen sollen. Nach Krawallen am Wochenende hat sich die Polizei nun aber doch zu einer Sperre entschlossen.

Auf die Ereignisse rund um den Ball des Wiener Korporationsringes und die Ausschreitungen am vergangenen Freitag hat die Polizei mit einer geänderten Lageeinschätzung für den Wiener Opernball reagiert: Entgegen ursprünglicher Planungen wird es am kommenden Donnerstag doch eine Sperrzone rund um das Haus am Ring geben. Das sagte Werner Autericky Leiter des Wiener Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) am Montagabend vor Journalisten in der Bundeshauptstadt.

Insgesamt werden am Donnerstag rund 700 Polizisten im Einsatz sein. Der LVT-Chef gab zu, dass die Exekutive am vergangenen Freitag von einer gewalttätigen Spontankundgebung gegen den Ball des Korporationsringes in der Hofburg am falschen Fuß erwischt worden sei. “Wir lassen uns nicht mehr überraschen. Es wird Platzverbote geben”, sagte Autericky. Die Sperrzone wird ab 19 Uhr eingerichtet. Der Ring wird bei der Oper ab diesem Zeitpunkt nicht mehr befahrbar sein. Auch öffentliche Verkehrsmittel werden vorübergehend gestoppt. Laut dem Leiter des LTV wird die U-Bahn allerdings davon nicht betroffen sein.

Die Ermittlungen rund um die Ausschreitungen von Freitag sind noch nicht abgeschlossen. “Eine Mobilisierung war nicht erkennbar”, so Autericky. Sie erfolgte sehr schnell, vermutlich über SMS. Das LVT vermutete auch, dass die Aktionen sehr gut geplant gewesen seien. Die Demonstranten dürften die Aufhebung der Sperrzone rund um die Hofburg und den Abzug der Polizeikräfte genau beobachtet haben, meinte der LVT-Leiter. “Es war eigentlich keine Demo, sondern ein spontanes Zusammenkommen von gewalttätigen Personen. Das ist nicht typisch für Österreich”.

Der LVT-Chef sprach davon, dass sich unter den ungefähr 200 bis 400 Teilnehmern des Zuges, der für zahlreiche Schäden in Mariahilf gesorgt hatte, nicht nur Österreicher, sondern auch Personen “aus den Nachbarländern” gewesen seien. Ein Teil der Demonstranten sei perlustriert worden. “Es scheint so als wären einige deutsche Teilnehmer dabei gewesen”, erklärte der LVT-Chef. Insidern zufolge soll es sich sogar bei einem Großteil der Demonstranten um Deutsche gehandelt haben. Für die Ermittler ist aber auf jeden Fall klar, dass eine offizielle Gegenveranstaltung zum Burschenschafterball im Museumsquartier nicht als Basislager für die späteren gewalttätigen Protestierer gedient hat.

Ob sich aus den Aktionen von Freitag tatsächlich eine Prognose für den Opernball erstellen lässt, ist für die Polizei nicht sicher. Landespolizeikommandant Karl Mahrer: “Es gibt für uns eine klassische unklare Lage. ” Der Kräfteeinsatz richte sich einerseits danach, den Verkehr zu regeln, für den Objektschutz zu sorgen und ein entsprechendes Kontingent für den Ordnungsdienst bereitzustellen. Auf einer zweiten Ebene gehe es darum, auf allfällig unvorhergesehene Ereignisse “vorbereitet zu sein”. Mahrer kündigte an, dass auch zivile Kräfte im Umfeld der Oper in Sachen Informationsbeschaffung unterwegs sein werden.

Neu wird am kommenden Donnerstag auf jeden Fall die Zufahrt für die Ballgäste zur Oper sein. Der Leiter der sicherheits- und verkehrspolizeilichen Abteilung, Peter Goldgruber, sagte, dass entgegen früheren Jahren nur noch über den Schwarzenbergplatz und den Ring die Zufahrt zur Oper möglich sein werde. In den vergangen Jahren hatte es immer zwei Zufahrtsmöglichkeiten gegeben.

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