Finsterworld - Trailer und Kritik zum Film

Das Leben ist hart - ein ständiger Kampf um Liebe, Aufmerksamkeit und ein kleines bisschen Glück. Willkommen in "Finsterworld". Schonungslos lotet die deutsche Regisseurin Frauke Finsterwalder in ihrem ersten Kinofilm die menschlichen Beziehungen aus in einer Welt, die schön, aber gleichzeitig unwirtlich und kalt ist. In der alle um Liebe und Anerkennung kämpfen, in der Beziehungen zerbrechen an der Unfähigkeit, einander wirklich nahe zu sein. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Das Leben ist hart – ein ständiger Kampf um Liebe, Aufmerksamkeit und ein kleines bisschen Glück. Willkommen in “Finsterworld”. Schonungslos lotet die deutsche Regisseurin Frauke Finsterwalder in ihrem ersten Kinofilm die menschlichen Beziehungen aus in einer Welt, die schön, aber gleichzeitig unwirtlich und kalt ist, in der alle um Liebe kämpfen und sich nach Nähe sehnen. Ab 10. Jänner im Kino.

Finsterworld: Die Geschichte

Finsterwalders Beobachtungen sind mal erschreckend, unerträglich, mal komisch und anrührend. Die Regisseurin seziert die Befindlichkeiten der Charaktere mit dem Blick der Dokumentarfilmerin, was ihre Geschichte glaubwürdig und authentisch wirken lässt. Das Drama mit den prägnanten, wunderschönen Dialogen und hervorragenden Schauspielern (vor allem der junge Leonard Scheicher) ist wie eine Achterbahnfahrt der Gefühle – es bezaubert und verstört gleichermaßen. Subtil entfaltet sich bei jeder der Figuren ihr eigenes, persönliches Drama.

Da ist etwa der Fußpfleger, dessen Besuch für seine betagten Kundinnen ein wichtiger Termin im einsamen Alltag ist. Liebevoll versorgt er sie mit selbstgebackenen Keksen. Eine rührende Geste, doch hinter dem ewigen Lächeln des Podologen (Michael Maertens) verbirgt sich ein abstoßendes Geheimnis. Auch der Privatschüler Dominik leidet. Er kann sich fast alles kaufen – die Liebe und Wärme seiner Eltern dagegen ist für ihn unerschwinglich. Als auch noch seine Freundin einen anderen küsst, haut er auf einer Klassenfahrt einfach ab. Verzweifelt schlägt er sich zu Fuß durch die Pampa, auf dem Weg ins Nirgendwo. Und beschwört damit eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes herauf, in die auch seine Eltern verwickelt sind, ein zerstrittenes Ehepaar, hervorragend gespielt von Corinna Harfouch und Bernhard Schütz.

Finsterworld: Die Kritik

Geradlinig und präzise zeichnen Finsterwalder und ihr Ehemann, der Schriftsteller Christian Kracht, in ihrem Drehbuch eine Welt des schönen Scheins, in der es aber keine Geborgenheit gibt. Seelenlose Beziehungen etwa zwischen Dominiks Eltern kontrastieren sie mit kleinen, poetischen Momenten. Wie zufällig entstehen beglückende Begegnungen, etwa wenn die eingespielten Berührungen des Fußpflegers ein Lächeln ins Gesicht seiner alten Patientin zaubert. Ein Ersatz für die Dame, die sich in Wirklichkeit nach der Liebe und Wärme ihrer Familie sehnt. Ähnlich ergeht es dem Polizisten Tom (Ronald Zehrfeld), der sich heimlich als Kuscheltier verkleidet, um mit gleichgesinnten Furrys harmlos zu kuscheln. Er traut sich nicht, dieselbe Nähe von seiner Freundin (Sandra Hüller) einzufordern.

Bisweilen ist der Film auch schockierend. Etwa, wenn die Schüler den Besuch in einem Konzentrationslager völlig gleichgültig über sich ergehen lassen. Und schlimmer noch, eine Klassenkameradin in einen leeren Verbrennungsofen stoßen und dort einsperren. Hier offenbaren sich eisige Gefühlskälte und überhebliches Desinteresse. Ein Schock auch für den Lehrer (Christoph Bach), dem der Ausflug sehr am Herzen liegt und der feststellen muss, dass seine Schüler so übersättigt sind, dass selbst die Nazi-Gräuel sie scheinbar gleichgültig lassen.

(APA)

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