Finding Vivian Maier - Kritik und Trailer zum Film

Wer war Vivian Maier? Diese Frage lässt sich auch nach der bei den Festivals von Toronto und Berlin präsentierten Doku "Finding Vivian Maier" nicht endgültig beantworten. Fest steht, dass sie 1926 in New York geboren wurde und bis zu ihrem Tod 2009 mehr als 100.000 Fotos, 8mm- und 16mm-Filme fabrizierte, diese aber nie jemandem zeigte.

Fest steht, dass Vivivan Maier 1926 in New York geboren wurde und bis zu ihrem Tod 2009 mehr als 100.000 Fotos, 8mm- und 16mm-Filme fabrizierte, diese aber nie jemandem zeigte. Dem zufälligen Fund eines Hobby-Historikers ist es zu verdanken, dass ihre Biografie am 12. September ins Kino kommt.

John Maloof ersteigerte 2007 eine Kiste mit Maiers Negativen und verstaute sie vorerst, ohne den Inhalt weiter zu beachten, bevor er sie 2009 wieder hervorkramte und entdeckte, mit welcher Neugier und welch außerordentlichem Gespür für Bildausschnitte Maier das Leben auf den Straßen von Chicago und New York eingefangen hatte. Er begann zu recherchieren, nachzufragen, um mehr über die mysteriöse Künstlerin zu erfahren – und wählt diese Fragen auch geschickt als dramaturgischen Bogen für seine sehenswerte und spannende Spurensuche.

Kritik zu “Finding Vivian Maier”

Sehenswert ist “Finding Vivian Maier” nicht nur, weil Maloof und sein Kollege Charlie Siskel ihr Publikum an der Schnitzeljagd förmlich teilhaben lassen, sondern weil sie es auch schaffen, trotz der großen Neugier und der Faszination für das Werk eine gewisse Distanz zu jener Person zu wahren, die die Öffentlichkeit so sehr scheute und immer wieder unter verändertem Namen und mit falschem Akzent als Kindermädchen von einem Job zum nächsten zog.

Auf persönlicher Ebene kommen dabei durchaus verstörende Geschichten zutage, von seltsamen Angewohnheiten bis zu passivem, aber auch aktivem Missbrauch. Doch dieser Teil der Biografie von Maier bleibt größtenteils im Dunklen, auch wenn es Maloof und Siskel in ihrem Film definitiv nicht um die klassische Glorifizierung einer Heldin geht. Doch das widersprüchliche Leben von Maier darf bei den Regisseuren getrennt vom Werk dieser manischen Bildersammlerin firmieren, die wohl eine der wichtigsten amerikanischen Fotografinnen des 20. Jahrhunderts war.

Ob ihr die posthume Popularität überhaupt recht gewesen wäre, fragt sich Maloof einmal im Film. Doch der hohe Qualitätsgrad der Arbeit rechtfertigt wohl auch ihre Veröffentlichung. Maloof organisiert Ausstellungen, die zum durchschlagenden Erfolg werden, gibt mehrere Fotobücher heraus, die Doku feierte zuletzt Premiere beim Filmfestival von Toronto und lief auch auf der Berlinale. Die exzentrische Frau mit ihrer stets um den Hals hängenden Rolleiflex-Kamera hinterließ ein faszinierendes, vielschichtiges Werk. Dieses will nachhaltig entdeckt werden.

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