Führungswechsel in der EU: Tokaj für Tusk - Säbel für Orban

Führungswechsel im EU-Vorsitz: Zum Auftakt der polnischen EU-Ratspräsidentschaft überreichte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban als bisheriger Amtsinhaber seinem polnischen Kollegen Donald Tusk nicht nur die EU-Flagge, sondern auch ein Fass Tokaj-Wein.
Tusk versicherte, während der polnischen EU-Präsidentschaft würden ungarische Weine kredenzt. Orban erhielt im Gegenzug vom neuen EU-Vorsitzenden bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Freitag in Warschau ein spezielles Exemplar eines polnischen Säbels.

“Wir sind sicher, dass die polnische Präsidentschaft sehr erfolgreich sein wird”, sagte Orban. “Polen gab uns den Papst und Polen gab uns Solidarität. Ohne sie wären wir nicht befreit vom Kommunismus.” Tusk sei sehr geachtet in der Europäischen Union. Er hoffe, dass Tusk dies für seinen EU-Ratspräsidentschaft nutzen könne. Orban betonte, er sei auf drei Dinge stolz, welche die ungarische EU-Präsidentschaft erreicht habe: den Abschluss der Beitrittsverhandlungen mit Kroatien, die Roma-Strategie und wirtschaftspolitische Steuerung in der EU, um eine weitere Krise wie in Griechenland zu vermeiden. Tusk betonte, Ungarn habe die EU in schwierigen Zeiten geführt und dabei alle Erwartungen übertroffen. Polen sei voller Energie für die Gemeinschaft.

90 Prozent Bauchgefühl und Improvisation

Tipps wollte der ungarische Premier seinem polnischen Kollegen keine mit auf den Weg geben. “Wir müssen alle in der Politik lernen“, sagte er. Politik sei trotz aller akademischer Vorbereitung nur zehn Prozent der Arbeit, so Orban. “90 Prozent ist Improvisieren, ist Bauchgefühl. Einige Dinge sind schwer, logisch zu machen.” Und Orban zeigte sich als leidenschaftlicher Fußball-Spieler, der seine Kollegen dazu aufrief, sich trotz der politischen Herausforderungen genug Zeit für Sport zu nehmen.

APA
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