Feuerpause zu Ostern: Russland soll Vorschlag ablehnen

Selensky kritisiert Russland nach der Ablehnung einer Feuerpause zu Ostern.
Selensky kritisiert Russland nach der Ablehnung einer Feuerpause zu Ostern. ©Ukrainian Presidential Press Office via AP
Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat Russland den Vorschlag einer Feuerpause über die orthodoxen Osterfeiertage abgelehnt.

Das sagte Selenskyj in seiner allabendlichen Videobotschaft in der Nacht zum Freitag. Dies zeige, was der christliche Glaube und einer der fröhlichsten und wichtigsten Feiertage den Führern Russlands gelte, sagte Selenskyj weiter.

Ukraine: Russland lehnte laut Selenskyj Feuerpause zu Ostern ab

"Wir werden aber trotzdem die Hoffnung behalten. Die Hoffnung auf Frieden, die Hoffnung darauf, dass das Leben über den Tod siegt", sagte Selenskyj.

Unter anderem hatte Papst Franziskus im Vorfeld des Osterfestes der orthodoxen Christen an diesem Wochenende zu einer Waffenruhe im Ukraine-Krieg aufgefordert. Der Heilige Stuhl und der Heilige Vater schlossen sich dem Appell von UNO-Generalsekretär António Guterres und dem Großerzbischof der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, Swjatoslaw Schewtschuk, vom Dienstag an.

Orthodoxe Christen begehen Ostern in diesem Jahr am 24. April. Sie stellen die größte Glaubensgruppe in der Ukraine.

Schönborn-Appell zu Waffenruhe am orthodoxen Osterfest

Kardinal Christoph Schönborn hat sich den Appellen des Papstes und anderer Stimmen zu einer Waffenruhe am orthodoxen Osterfest in der Ukraine angeschlossen. "Osterglockengeläut statt Bombeneinschläge" wäre ein "Hoffnungszeichen in diesem schrecklichen Krieg", schrieb der Wiener Erzbischof laut Kathpress in seiner Freitag-Kolumne in der Gratiszeitung "Heute".

Er stellte fest, dass - trotz konkurrierender Kirchen - die orthodoxen Christen in Russland und in der Ukraine denselben Glauben haben, sich aber im Krieg miteinander befinden. "Wird eine echte Feuerpause eingehalten, wenn die Auferstehungsgottesdienste gefeiert werden?", fragte Schönborn.

Der Kardinal verwies auf die beachtliche Präsenz der Orthodoxie auch in Österreich; schätzungsweise eine halbe Million orthodoxe Christen lebten im Land. Ihre Herkunftsländer seien Griechenland, Rumänien, Bulgarien und vor allem Serbien. Zu den östlichen Christen zählen auch die Kopten aus Ägypten, die laut Schönborn "eine sehr lebendige Gemeinschaft bilden", sowie die oft als Flüchtlinge nach Österreich gekommenen Syrisch-Orthodoxen. Und natürlich gebe es hierzulande auch Russisch-Orthodoxe sowie die ukrainischen Orthodoxen, Letztere auf der Flucht vor dem Krieg.

Sie alle feiern am Sonntag ihr Osterfest nach dem alten Julianischen Kalender, erläuterte der frühere Hochschullehrer für ostkirchliche Theologie. Sie alle begingen das höchste christliche Fest des Jahres "besonders feierlich", mit der Grußformel "Christus ist auferstanden" und der Antwort darauf: "Er ist wahrhaft auferstanden".

Papst unterstützt UN-Aufruf zu Waffenstillstand

Von Papst Franziskus war am Donnerstag bekannt geworden, dass er einen UN-Aufruf für einen Waffenstillstand in der Ukraine anlässlich des orthodoxen Osterfestes unterstützt. Die Verantwortlichen sollten den "Schrei der Menschen nach Frieden hören". Auch der ukrainische griechisch-katholische Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk stellte sich hinter den Appell. Und der weltweite Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) rief das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, den Kreml-freundlichen Moskauer Patriarchen Kyrill dazu auf, sich dafür stark zu machen, dass die Waffen wenigstens während der Auferstehungsgottesdienste schweigen.

Da die orthodoxe Kirche der Kalenderreform unter Papst Gregor XIII. im Jahr 1582 nicht folgte, feiern Ost und West zumeist an unterschiedlichen Terminen. In diesem Jahr fällt das orthodoxe Osterfest auf den 24. April.

(APA/Red)

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