Festnahmen wegen Terrorverdachts in Frankreich: Kein Österreicher

Die französiche Polizei nahm fünf Personen fest - aber keinen Österreicher
Die französiche Polizei nahm fünf Personen fest - aber keinen Österreicher ©EPA (Sujet)
Anders als zunächst medial kolporiert, wurde in Frankreich doch kein Österreicher wegen Terrorverdachts festgenommen. Bei dem Mann, der gemeinsam mit vier Tschetschenen einen Anschlag geplant haben soll, handelte es sich um keinen gebürtigen Österreicher, wie es nun von offizieller Seite hieß.
Festnahmen in Frankreich

Unter den fünf Montagabend in Südfrankreich festgenommenen Terrorverdächtigen befindet sich kein Österreicher. Das teilte die französische Staatsanwaltschaft dem österreichischen Außenministerium am Dienstag mit, wie der Sprecher des Innenministeriums, Karl-Heinz Grundböck, bekannt gab.

Festnahmen: Kein Österreicher

Französischen Medienberichten zufolge handelt es sich bei den in Montpellier Festgenommenen um “Russen tschetschenischer Herkunft”. Über einen möglichen Österreich-Bezug der Terrorverdächtigen lagen keine Informationen vor. Die Zeitung “Österreich” hatte in ihrer Mittwoch-Ausgabe berichtet, unter den Festgenommenen in Südfrankreich sei ein Österreicher.

Tschetschenen offenbar Bandenkriminelle

Die französische Polizei hatte in Südfrankreich fünf Tschetschenen festgenommen und bei Durchsuchungen Sprengstoff gefunden. Staatsanwalt Yvon Calvet betonte am Dienstag aber in Béziers nahe Montpellier, es sei derzeit “kein Attentats-Projekt” der Männer bekannt. Die russischen Staatsbürger sind den Ermittlern zufolge in der Bandenkriminalität zu verorten und den Anti-Terror-Diensten nicht bekannt.

Nahe Montpellier gefasst

Die fünf Männer wurden am Montagabend in Béziers sowie in Saint Jean de Védas nahe Montpellier festgenommen. Der Chef der Kriminalpolizei von Montpellier, Gilles Soulié, sagte, bei Wohnungsdurchsuchungen sei “extrem gefährliches explosives Material” gefunden worden, das “viel Schaden anrichten kann”. Auch Soulié betonte aber: “Wir haben nicht festgestellt, ob ein Attentats-Projekt im Gange war.” Es gehe zunächst um “Herstellung und Besitz von Sprengstoff”. Staatsanwalt Calvet sagte, es gebe keinerlei “radikal-religiösen” Hintergrund.

Hauptverdächtiger überwacht

Ein in Béziers festgenommene Mann wurde laut Ermittlern seit einiger Zeit überwacht, weil er in eine Explosion in Montpellier im Jahr 2008 verwickelt gewesen sein soll, bei der es sechs teils schwer Verletzte gegeben hatte. Nach Angaben von Nachbarn handelt es sich um einen 24-Jährigen, der nie auffällig war und mit seiner Mutter sowie Brüdern und Schwestern zusammen wohnte.

Der in Béziers wohnhafte Mann gilt als der Hauptverdächtige. Auch die anderen Männer wohnten laut Kripo-Chef Soulié seit “einiger Zeit” in Frankreich. Alle fünf Verdächtigen wurden am Dienstag im Polizeigewahrsam verhört.

Wiener Innenministerium dementiert

Das Innenministerium in Wien dementierte gegenüber der APA einen Zusammenhang zu Österreich. In Medienberichten war zuvor die Rede davon gewesen, dass womöglich ein Anschlag in Österreich geplant gewesen sei und dass einer der Festgenommenen Österreicher sei.

(apa/red)

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