Festival "Musiktheatertage Wien" startet

Von 12. bis 21. September findet im WUK das Festival "Musiktheatertage Wien" statt.
Von 12. bis 21. September findet im WUK das Festival "Musiktheatertage Wien" statt. ©APA/HERBERT P. OCZERET
Die Wiener Musiktheatersaison hat begonnen. In der ganzen Bundeshauptstadt findet das Festival mit zahlreichen Programmpunkten statt.

Auch abseits der Opernhäuser ist das Angebot in den kommenden Tagen besonders dicht. Von 12. bis 21. September findet im WUK das Festival "Musiktheatertage Wien" statt, ab 19. ist die erste Produktion von "Out of Control", des von der Gruppe netzzeit ausgerichteten biennalen Festivals für Neues Musiktheater im Museumsquartier zu sehen: "Dionysos Rising".

Festival in Wien wurde 2014 gegründet

Die Musiktheatertage Wien, 2014 gegründet als "international ausgerichtetes Festival für zukunftsorientierte musikdramatische Projekte", werden in ihrer 5. Ausgabe von Georg Steker programmiert und haben das Alsergrunder Werkstätten- und Kulturhaus (WUK) zum neuen Festivalort gekürt. Zum Themenschwerpunkt "Mythos Zivilisation" gibt es heuer gleich mehrere Uraufführungen. Dem Festivalthema liege "die Frage nach Un- bzw. Halbwahrheiten zugrunde, der sich die Menschheit und im Besonderen die westliche Kulturgemeinschaft bedienen, um Unrecht, Ausbeutung und Ungleichheit zu legitimieren", heißt es. "Nicht alle Festival-Produktionen befassen sich mit Zivilisation. Einige sind schier unzivilisiert."

Festivaleröffnung am 12. September in Wien

Zur Festivaleröffnung am Donnerstag (12.9., 19 Uhr) gibt es Miniatur-Musiktheater als Interventionen im ganzen Areal. "Es poppt auf im Gang, im Foyer, im Hof, im Stiegenhaus, in den Fenstern oder vielleicht sogar auf den Toiletten des WUK", verspricht die Ankündigung. Um 19.30 Uhr hüllt Peter Jakobers zehnminütige Cluster-Komposition "Sound Cloud I" den Hof des WUK in eine Klangwolke ein. Danach folgt die Uraufführung der "Opera of Time" von Thomas J. Jelinek und Jorge Sanchez-Chiong, einer experimentellen, interaktiven Medien-Oper, bei der Akteure und Publikum "ein gemeinsames Ballsaal-Silvester feiern".

"Out of Control" im Museumsquartier Wien

Nach einer Internationale Musiktheater-Konferenz am 14.9. folgen weitere Uraufführungen: "Mütter's Civilisation" von Bertl Mütter sichtet, befragt und verwirft Utopien (am 15.9. um 11 Uhr); die Suchtpräventionsoper "Trinkerpark" der Musiktheaterkombo glanz&krawall hält unserer Kultur- und Wohlstandsgemeinschaft den Spiegel ihres doppelgesichtigen Umgangs mit dem Rauschmittel Alkohol vor (am 18.9. um 19.30 Uhr im Innenhof); für "De*civilize me!" recherchierten die Choreografin Anna Knapp und die Komponistin und Sound-Artistin Angelica Castello "zu Formen und Facetten der Zivilisierung des menschlichen Körpers" (20.9., 18.30 Uhr). Ein Erlebnis für alle Sinne verspricht am letzten Tag die Kopfhörer-Oper "Myriam" zu werden, die "The sweetest songs of saddest thoughts" verspricht: Das Kollektiv NYX mischt dabei vorproduzierte und live erzeugte Klänge, einen von Dyane Donck komponierten Liederzyklus und von David Lynch inspirierte Videobilder (am 21.9. um 17 und 21 Uhr).

Am 19. September startet die diesjährige Ausgabe des "Out of Control - Festival für Neues Musiktheater" in der Halle G des Museumsquartiers. Nach der im Jänner erfolgten Uraufführung in Trient bringt Regisseur Michael Scheidl den mit dem Ensemble PHACE für Roberto David Rusconis Oper "Dionysos Rising" erarbeiteten "hyperrealen Klangraum" nach Wien. In der Oper erleben vier heutige Menschen erschütternde Schicksalsschläge, die große Ähnlichkeit mit "Vorbildern" der griechischen Mythologie aufweisen. "Während die vier ProtagonistInnen im Verlauf der Ereignisse immer mehr mit ihren antiken 'LeidensgenossInnen' verschmelzen, wird im Hintergrund eine blutige und blutende, verletzliche und verletzende Welt einer kollektiven Seelenlandschaft sicht-, spür- und vor allem hörbar." Das besondere Raumklangerlebnis soll dabei auch von ganz neuer Soundtechnologie sichergestellt werden.

"Der ewige Augenblick" lautet das Motto des Festivals

Das Motto des netzzeit-Festivals lautet heuer "Der ewige Augenblick", und auch in den beiden späteren Uraufführungen wird es um traumatisierte Menschen gehen: Der von Arturo Fuentes komponierte musikalische Essay "701 britische Teelöffel - Viva la muerte!" ist für 24. Oktober bis 2. November im Off Theater angekündigt, wo von 14. bis 30. November "This is what happened in the telephone booth", ein "Tanz.Schau.Spiel" von Leonie Wahl und Ernst Kurt Weigel, folgen wird.

(APA/Red)

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