Fendrich-Anklage rechtskräftig

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Jetzt ist es fix, dass Austropopper Rainhard Fendrich der Prozess gemacht wird: Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Walter Geyer, am Montag auf Anfrage der APA mitteilte, ist die Anklage gegen den Barden in der Vorwoche rechtskräftig geworden.

Demnach wird sich Fendrich wegen Drogenbesitzes und in einigen Fällen -überlassung vor Gericht verantworten müssen.

Ein Prozesstermin sei noch offen, so Geyer. „Die Entscheidung über die Rechtskraft erfolgte erst in der Vorwoche. Aber der Ball liegt jetzt bei der Justiz“, betonte der Staatsanwalt.

Fendrichs Verteidiger Manfred Ainedter sagte der APA, dass der Punkt der Drogenüberlassung auf der Aussage eines Zeugen – eines Schneiders „in dessen fünfter Einvernahme“ – basiere, der erst unlängst wegen Betrugs, Körperverletzung und Erstellung eines falschen Vermögensverzeichnisses verurteilt wurde. „Mein Mandant unterliegt laut Spruch des Oberlandesgerichts offenbar dem so genannten Prominenten-Malus“, sagte der Anwalt.

Unter anderem sei in der Begründung des Oberlandesgerichts für die Rechtskraft die Rede, dass Fendrich ein Idol für viele Jugendliche sei und ein Vorbild als österreichischer Künstler. Deshalb sei eine Schuld – über die im Prozess zu entscheiden ist – als gravierend anzusehen. Ainedter bezeichnete diese Begründung als „meines Erachtens menschenrechtswidrig“.

Fendrich wird vorgeworfen, seit 15 Jahren Kokain für den Eigenkonsum bezogen und außerdem seit dem Jahr 2002 etwa 20 bis 30 Mal gemeinsam mit einem Wiener Promi-Schneider konsumiert zu haben, was die Anklagebehörde als Weitergabe qualifiziert. Im Fall eines Schuldspruchs drohen Fendrich nach Paragraf 27 Suchtmittelgesetz (SMG) bis zu sechs Monate Haft.

In der elfseitigen Anklageschrift ist Fendrich allerdings nur eine „Randfigur“: In erster Linie setzt sich Staatsanwalt Michael Leitner mit jenen beiden Männern – einem 61-jährigen Angestellten und einem 59-jährigen Geschäftsmann – auseinander, die Fendrich seit 15 Jahren mit Kokain versorgt haben sollen.

Von dem 61-Jährigen soll Fendrich zudem eine gefälschte Rolex erworben haben. Die Anklage nennt mit einem bekannten Kabarettisten, einem Wiener Filmproduzenten und einem Regisseur und Musikvideo-Produzenten weitere prominente Abnehmer der beiden mutmaßlichen Dealer.

Fendrich hatte am 4. April gegenüber der Polizei ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er gab dabei unter anderem sinngemäß an, der 61-Jährige hätte sich mit dem Erlös der von ihm getätigten Kokainankäufe einen Ferrari kaufen können. Im gerichtlichen Vorverfahren entschlug sich der Austropop-Barde dann der Aussage, einerseits um sich nicht selbst zu belasten, andererseits aus Angst. „Fendrich hat in seinem Anwesen auf Mallorca mehrfach Drohanrufe erhalten“, erläuterte sein Rechtsbeistand beim Bekanntwerden der Anklage im September.

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