FC Bayern feuert Klinsmann

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Bayern München hat die Reißleine gezogen und sich nach nur zehn Monaten von Trainer Jürgen Klinsmann getrennt.

Mit dem 63-jährigen Ex-Coach Jupp Heynckes als Nothelfer bis zum Saisonende will der deutsche Fußball-Meister in den letzten fünf Bundesliga-Runden doch noch die erfolgreiche Titelverteidigung schaffen. Minimalziel ist aber zumindest die erneute Qualifikation für die Champions League.

Heynckes gibt sein Bundesliga-Comeback ausgerechnet am Samstag im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach. Mit den abstiegsbedrohten Gladbachern war er als Spieler mehrfach deutscher Meister geworden und arbeitete dort später auch zweimal als Trainer. Wer in der kommenden Saison Cheftrainer des Rekordmeisters sein wird, teilte der Verein zunächst nicht mit.

“Wir haben uns diese Entscheidung sehr schwer gemacht”, versicherte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge am Montag in einer Pressemitteilung. “Aber die Ergebnisse der vergangenen Wochen, die Art und Weise, wie diese zustande kamen, und vor allem die Situation fünf Spieltage vor Saisonende zwangen uns, aus Verantwortung dem Club gegenüber zu handeln.” Auch für den Vorstand ist das vorzeitig beendete Projekt mit dem ehemaligen deutschen Teamchef ein großer Imageschaden.

Der zuletzt pausierende “Frühpensionist” Heynckes übernimmt am Dienstag das Training mit den Bayern-Profis. Ihm steht Hermann Gerland, der Trainer der Drittliga-Mannschaft des FC Bayern, zur Seite. “Mit Jupp Heynckes und Hermann Gerland haben wir zwei erfahrene Trainer, denen wir die Leitung der Mannschaft bis zum Saisonende übertragen”, erklärte Rummenigge.

Heynckes wurde in seiner ersten Münchner Amtszeit von 1987 bis zu seiner Entlassung am 8. Oktober 1991 zweimal Meister (1989, 1990). Mit Real Madrid feierte er 1998 mit dem Gewinn der Champions League seinen jüngsten großen Erfolg – nach dem gewonnenen Finale musste er die “Königlichen” allerdings verlassen.

Klinsmann war in der Früh des für die Profis trainingsfreien Tages um 9.23 Uhr auf das Vereinsgelände gekommen. Im Gespräch mit dem Vorstand wurde er dann von dem vorzeitigen Ende der Zusammenarbeit unterrichtet. “Der FC Bayern München dankt Jürgen Klinsmann und seinem Team für ihre Tätigkeit”, hieß es kurz und knapp in der Mitteilung des Rekordmeisters. Auch Klinsmanns Assistenten Martin Vasquez und Nick Theslof wurden entlassen.

Klinsmann verließ die Tiefgarage auf dem Vereinsgelände um 11.30 Uhr beinahe fluchtartig mit seinem Dienstwagen. In einer ersten Stellungnahme war er erwartungsgemäß “sehr enttäuscht” über seinen Rauswurf. “Trotzdem möchte ich mich von Herzen beim FC Bayern München, seinen Fans, den Trainern, den Spielern und den Mitarbeitern für eine ereignisreiche Zeit bedanken”, ließ der 44-Jährige wissen.

Er betrachtete sein Projekt auch weiterhin nicht als gescheitert. “Wir haben den Grundstein gelegt für die Zukunft. Ich glaube noch immer daran, dass die Mannschaft in dieser Saison deutscher Meister werden kann”, betonte der Schwabe, der sich mit der zweitschlechtesten Bayern-Bilanz (7 Niederlagen in 29 Runden) in der Liga in den vergangenen zehn Jahren verabschieden muss.

Klinsmanns Entlassung ist der insgesamt vierte Trainerwechsel in der laufenden Bundesliga-Saison. Der ehemalige Bundestrainer hatte als “absoluter Wunschtrainer” des Münchner Vorstandes um Rummenigge und Manager Uli Hoeneß sein Amt im vergangenen Juli als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld angetreten. Klinsmanns Vertrag wäre am 30. Juni 2010 ausgelaufen, er wird deshalb wohl eine Millionen-Abfindung erhalten.

Klinsmann hatte sich noch am Samstag nach der 0:1-Heimniederlage gegen Schalke überzeugt gezeigt, dass er weiterhin das Vertrauen der Vereinsführung genieße. “Wir ziehen das durch. Die Chemie stimmt intern”, hatte der ehemalige Bundestrainer erklärt, der nun auf seiner ersten Station als Vereinscoach vorzeitig gescheitert ist.

Am Sonntag hatte er letztmals das Training des Tabellendritten geleitet. Mit den Bayern war Klinsmann in der Champions League und im DFB-Cup bereits jeweils im Viertelfinale ausgeschieden. Bei nur drei Punkten Rückstand auf den VfL Wolfsburg haben die Bayern als Tabellendritter aber noch immer die Chance auf den 22. Meistertitel.

Katerstimmung nach Barca-Debakel:

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