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Fastentuch in Wien präsentiert: Hochaltar im Stephansdom bekommt Pulli

Das Fastentuch ist heuer in Form eines überdimensionalen Strickpullovers gestaltet.
Das Fastentuch ist heuer in Form eines überdimensionalen Strickpullovers gestaltet. ©APA/HANS PUNZ
Am Donnerstag wurde das Fastentuch im Wiener Stephansdom präsentiert. Heuer ist es in Form eines überdimensionalen Strickpullovers gestaltet.
Bilder der Kunstwerke

Der Stephansdom zieht sich warm an: Im Wiener Wahrzeichen ist am Donnerstag das Fastentuch präsentiert worden - das heuer in Form eines überdimensionalen Strickpullovers gestaltet ist. Das in violett gehaltene, 80 Quadratmeter große Teil wurde von Erwin Wurm gestaltet und verdeckt den Hochaltar. Auch im Kirchenraum bzw. vor dem Dom sind Skulpturen des österreichischen Künstlers zu sehen.

Skulpturen sollen an "Priorität wärmender Nächstenliebe" erinnen

Mit der Pulli-Installation soll laut Dompfarrer Toni Faber an die "Priorität wärmender Nächstenliebe" in der Zeit vor Ostern erinnert werden. Zum XXL-Kleidungsstück beim Altar gesellen sich auch mehrere Skulpturen des renommierten Künstlers. Im Kirchenraum verteilt befinden sich hauptsächlich entstellte oder deformierte Skulpturen - etwa ein Boxhandschuh, verformte Häuser, ein Körper ohne Kopf, Hände und Füße oder Taschen auf Beinen.

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Die Kunstwerke sollen einladen, über "die eigenen Begrenzungen nachzudenken", so Faber. "Sie sind ein Hinweis auf die Deformierungen unseres Lebens." Gleichzeitig könnte die österliche Bußzeit auch der Auftakt für eine Befreiung von diesen Deformierungen sein, die Dominanz des Konsums wurde hier als Beispiel genannt.

Auch vor bzw. besser gesagt neben dem Dom gibt es Wurm'sche Kunst: Beim Singertor steht eine große Wärmeflasche auf Füßen, genannt "Big Mutter". Ursprünglich war geplant, diese vor dem Haupteingang zu platzieren, doch die Bezirksvorstehung wollte nicht, dass der öffentliche Raum dafür benutzt wird, hieß es. Nun steht das Objekt auf kircheneigenem Grund.

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Wurm vorwiegend wegen Kunst im Stephansdom

Wurm erzählte bei der Präsentation des Fastentuchs und der Skulpturen-Installation, dass er einen starken Bezug zum Stephansdom hat: Er gehe regelmäßig in den Dom, jedoch "leider" weniger, um zu Beten, sondern vielmehr um sich an der architektonischen und historischen Kunst des Gotteshauses zu erfreuen. Was seine Einstellung zum Thema Religion anbelangt, so verriet er heute, dass er vor langer Zeit aus der Kirche ausgetreten, nun aber wieder eingetreten sei.

Das Fastentuch im Dom wird seit 2013 von heimischen Künstlern gestaltet. Dazu zählten Peter Baldinger, Victoria Coeln oder Eva Petric. Faber betonte heute, dass Wurm auf das künstlerische Honorar für sein Werk verzichtet hätte - man sei einzig für die Materialkosten aufgekommen. Das Fastentuch wird am Karsamstag, dem 11. April, abgenommen. Die Skulpturen sind hingegen noch bis Pfingsten und in der "Langen Nacht der Kirchen" am 5. Juni zu sehen.

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Die Fastenzeit startet am Aschermittwoch und dauert 40 Tage lang. Sie dient im katholischen Glauben als Vorbereitungszeit auf das Osterfest. "Fasten, Beten, Almosen geben", zählte Faber die wesentliche Schritte der Gläubigen in dieser Zeit auf.

(APA/Red)

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