Fast alle Legehennen leiden an gebrochenem Brustbein

Laut Studien leiden fast alle Legehennen unter einem gebrochenen Brustbein.
Laut Studien leiden fast alle Legehennen unter einem gebrochenen Brustbein. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Aktuelle Studien zeigen, dass ein Großteil der Legehennen - auch in Österreich - unter Brustbeinfrakturen leidet. Schuld daran ist die "Turbo-Zucht" kritisierte die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten".

Die Vögel seien dermaßen auf Hochleistung gezüchtet, dass sie jährlich bis zu 300 Eier legen, wofür sie enorme Mengen Kalzium benötigen, welche sie teilweise aus den Knochen mobilisieren müssen.

Fast alle Legehennen leiden an gebrochenem Brustbein

Kommt es dann zu Kollisionen mit Sitzstangen oder zu Abstürzen beim Anfliegen der Böden, brechen diese Knochen leicht. "In den Studien waren teilweise bis zu 100 Prozent der Tiere von Brüchen betroffen", sagte Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck. Diese Brustbeinfrakturen seien für die Tiere sehr schmerzhaft, bleiben aber von den Haltern manchmal unbemerkt und dadurch auch unbehandelt. "Die Lösung kann nur eine Rückkehr zu natürlichen Rassen mit weniger Legeleistung sein."

Stresssitutionen in Legebetrieben führen zu Stürzen der Hennen

Gruppengrößen mit mehreren tausend Tieren seien auch in österreichischen Legebetrieben Standard, kritisiert "Vier Pfoten". Dadurch käme es immer wieder zu Stresssituationen und Gedränge, was zu Abstürzen von den Volieren oder beim Anfliegen der Ebenen führt.

Vier Pfoten fordert einen Wandel bei Legehennen-Betrieben

"Es braucht einen kompletten Wandel in der tierischen Produktion, wobei die Landwirtinnen und Landwirte mit gezielten Förderungen finanziell unterstützt werden müssen", betonte Weissenböck. Man müsse zu den Zweinutzungsrassen zurückkehren - das heißt, dass jedes Huhn nicht nur zum Eierlegen, sondern auch zur Mast geeignet ist. Das würde zwar die Legeleistung schwächen bzw. würde das Huhn auch nicht so viel Fleisch ansetzen, "aber das muss uns die Gesundheit der Tiere in unserer Obhut wert sein". Überdies hätten Zweinutzungsrassen auch den Vorteil, dass keine männlichen Küken mehr getötet werden müssten - derzeit wären dies neun Millionen Küken jährlich alleine in Österreich.

(APA/Red)

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