"Falscher" Mediziner beim Roten Kreuz in NÖ: Diplom gefälscht

Unbemerkt konnte ein falscher Mediziner in Niederösterreich seinen "Tätigkeiten" nachgehen.
Unbemerkt konnte ein falscher Mediziner in Niederösterreich seinen "Tätigkeiten" nachgehen. ©Symbolbild/Bilderbox
Einem "falschen" Mediziner soll das Rote Kreuz in St. Pölten aufgesessen sein. Ein 33-Jähriger aus der Region dürfte eine Urkunde der Universität Wien gefälscht und so seinen Studienabschluss vorgetäuscht haben.

Bei der Rettung sei er als Sanitäter und Mitglied einer Prüfungskommission für Rettungssanitäter tätig gewesen, bestätigte Sprecher Andreas Zenker einen Bericht der Bezirksblätter Niederösterreich vom Mittwoch.

“Völliges Entsetzen”

Der 33-Jährige sei bereits seit über zehn Jahren beim Roten Kreuz gewesen, man habe ihn lange gekannt und sei “völlig entsetzt”, so Zenker. Er habe auf freiwilliger Basis als Rettungssanitäter, Einsatzfahrer und Notfallsanitäter – “alles zurecht”, weil er zuvor entsprechende Ausbildungen bei der Organisation absolvierte, wie der Sprecher betonte – gearbeitet und auch immer von seinem Medizinstudium erzählt. 2010 habe er dann mitgeteilt, die Universität abgeschlossen zu haben und nun noch seine Turnusausbildung absolvieren zu müssen. Er habe aus Sicht der Rettung “echt aussehendes” Diplom vorgelegt und angegeben, in der Chirurgie des Wiener AKH zu arbeiten. Weil man den Mann lange kannte, habe man keinen Grund gesehen, ihm nicht zu glauben.

Als “fachkompetente Person” sei er seit seinem angeblichen Universitätsabschluss in der Prüfungskommission gesessen – ohne dafür entlohnt zu werden, sagte Zenker. Der 33-Jährige sei beim Roten Kreuz aber nicht als Arzt in Kontakt mit Patienten gekommen.

Mann droht Strafverfahren

Der Verdächtige wurde von allen Diensten freigestellt, bis die Vorwürfe geklärt sind. Gegen den Niederösterreicher wird vom Wiener Landeskriminalamt schon seit Ende des vergangenen Jahres wegen des Verdachts des Betrugs und der Urkundenfälschung ermittelt. Das Verfahren führt die Staatsanwaltschaft in Wien. Man sei rein zufällig im Zuge einer Eigentumsgeschichte auf den 33-Jährigen gestoßen, hieß es bei der Polizei auf APA-Anfrage.

Sollte sich der gefälschte Doktortitel bewahrheiten, steht dem 33-Jährigen neben einem Strafverfahren ein unwiderruflicher Rausschmiss beim Roten Kreuz bevor. Ein solches Verhalten würde der Organisation schließlich schaden und müsse Folgen haben, so der Sprecher. Was der Mann tatsächlich machte, war ihm nicht bekannt. Gegenüber der Rettung würde der Verdächtige immer noch behaupten, dass es sich um einen Irrtum handle und sich alles noch aufklären werden würde.

(APA)

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