Falsche Polizisten brachten Pensionisten in Wien um Geld und Schmuck

Betrüger brachten Pensionisten in Wien um hohe Bargeldbeträge und Schmuck.
Betrüger brachten Pensionisten in Wien um hohe Bargeldbeträge und Schmuck. ©Matthias Balk/dpa/Symbolbild
Dreimal schlugen falsche Polizisten in Wien zu. Jedesmal erzählten sie Pensionisten von Einbrechern, die es auf ihre Wohnung abgesehen hätten und brachten die Opfer so zur Herausgabe von Geld und Schmuck.

Betrüger sind derzeit wieder einmal als "falsche Polizisten" in Wien unterwegs. Allein am Mittwoch registrierte die Exekutive laut Polizeisprecher Christopher Verhnjak drei Fälle, bei denen der Schaden insgesamt in den deutlich sechsstelligen Bereich ging. Betroffene waren in allen Fällen Pensionisten. Die Polizei warnte ausdrücklich vor der Masche der Täter.

Falsche Polizisten knöpften Frau in Wien-Hietzing 60.000 Euro ab

So meldete sich bereits am Dienstag ein Mann bei einer 82-Jährigen, die unweit der Hietzinger Hauptstraße im gleichnamigen Bezirk wohnt. Er rief sie mehrfach an, gab sich als Polizist aus und machte ihr weis, dass es Einbrecher auf sie abgesehen hätten. Er schicke einen "Kollegen" vorbei, dem sie zum Schutz ihr Erspartes - auch das auf der Bank - und ihre Wertgegenstände aushändigen sollte.

Der zweite Täter begleitete die Frau zu mehreren Bankfilialen: Er rief ihr jeweils ein Taxi, fuhr aber nicht mit. Dennoch befand er sich immer vor den Geldinstituten, wenn sie dort eintraf. Das Geld ließ er die Frau allein abheben, offenbar, um sich vor Überwachungskameras zu schützen. Die Beträge nahm er ihr hinterher gleich ab. Insgesamt kassierten die Betrüger so knapp 60.000 Euro. Zuletzt begleitete sie der Mann noch nach Hause, wo sie ihm Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro übergab. Am Mittwochvormittag erstattete die Frau Anzeige.

Die Polizei Wien warnt: Geben Sie keine Wertgegenstände her, auch nicht an vermeindliche Polizisten. ©LPD Wien

Pensionist in Wien-Floridsdorf um Schmuck und Goldmünzen gebracht

Im Floridsdorfer Bezirksteil Donaufeld kontaktierten angebliche Polizisten am Mittwoch einen 95-Jährigen und redeten ihm ebenfalls ein, dass es Einbrecher auf seine Wohnung abgesehen hätten. Er deponierte seine gesamten Wertgegenstände - Schmuck, Goldbarren und -münzen - vor der Wohnungstür, einer der Betrüger holte sie ab. Der Wert der verschwundenen Gegenstände betrug rund 40.000 Euro.

Pensionistin aus Wien-Liesing gab Geld und Schmuck an "Polizisten"

Im Liesinger Bezirksteil Mauer wurde ebenfalls am Mittwoch eine 82-Jährige von einer angeblichen Polizistin angerufen, die behauptete, die Tochter der Frau habe einen schweren Verkehrsunfall gehabt und sei festgenommen worden. Sie könne nur gegen eine erhebliche Kaution freikommen. Perfide daran war, dass die Pensionistin tatsächlich eine Tochter hat. Die 82-Jährige ließ sich jedenfalls dazu bewegen, einer Frau vor dem Stiegenhaus Schmuck und Bargeld im Wert von rund 50.000 Euro zu übergeben. Ihre Tochter rief sie erst nach der Übergabe an. Die Frau erzählte ihrer Mutter, dass alles bestens sei und sie keinen Unfall gehabt habe. Die Angehörigen der 82-Jährigen verständigten die - echte - Polizei.

Polizei fordere niemals Bargeld oder Wertgegenstände

Die Exekutive appellierte in dem Zusammenhang, an der Prävention gegen solche Betrugsmaschen mitzuarbeiten und Eltern bzw. die ältere Generation insgesamt vor solchen Tätern zu warnen. "Ersuchen Sie ihre Verwandten und Bekannten, immer Sie selbst anzurufen, sollte die Behauptung aufgestellt werden, dass Sie, aus welchem Grund auch immer, in Not seien und dringend Geld benötigen würden", so die Exekutive. Die Polizei fordere auch niemals Bargeld oder Wertgegenstände zur Aufbewahrung oder zum Schutz. Solcherart Kontaktierte sollten sich die Dienststelle und die Dienstnummer nennen lassen, dann auflegen und sich bei der Polizei erkundigen, ob das sein kann. Im Zweifelsfall sollten Betroffene Anzeige bei der nächsten Polizeiinspektion erstatten.

(APA/Red)

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