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"Fall Stephanie": 15 Jahre Haft

Der geständige Entführer der deutschen Schülerin Stephanie ist am Donnerstag zu 15 Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden.

Diese kann in Ausnahmefällen lebenslang sein. Nach dem Urteil ist der Kinderschänder der Geiselnahme und Entführung sowie der Vergewaltigung und des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern schuldig.

Der Vorsitzende Richter Tom Maciejewski sagte in der Urteilsbegründung, die Taten seien besonders verwerflich. Er habe eine hohe kriminelle Energie gezeigt und kein Mitleid mit seinem Opfer gehabt. „Es konnte deshalb keine mildere als die Höchststrafe ausgesprochen werden“, erklärte der Richter. Die Kammer ging mit ihrem Spruch über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, die 14 Jahre und neun Monate mit anschließender Sicherungsverwahrung gefordert hatte.

Stephanie habe während ihres fünf Wochen dauernden Martyriums ständig in Todesangst gelebt und befürchten müssen, ihre Eltern nie wiederzusehen, sagte Maciejewski. Die Angst, die sie auszustehen hatte, als sie gefesselt und geknebelt in einer engen Holzkiste eingesperrt wurde, könne sich kein Mensch vorstellen.

Der Täter sei planvoll vorgegangen, sagte der Richter. Vom ersten Tag an habe er das Mädchen vergewaltigt und in einem Klima der Einschüchterung und Bedrohung gehalten. Als schwerwiegend sah es das Gericht an, dass er die erst 13-Jährige nicht nur vergewaltigte, sondern auch zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr zwang. Damit habe er das Risiko einer Schwangerschaft bewusst und gewollt in Kauf genommen.

Stephanies Eltern zeigten sich nach dem Urteil „froh und erleichtert“. Nun könne man darauf vertrauen, dass der Entführer nicht mehr auf freien Fuß kommen werde. Als nächstes wollen sie versuchen, die Kostenübernahme für die Therapien Stephanies durch das Land Sachsen noch vor Weihnachten auf friedlichem Weg zu regeln. Verteidiger Andreas Boine bat darum, das Urteil zunächst prüfen zu können.

Der Angeklagte hatte die damals 13-jährige Stephanie im Jänner auf dem Schulweg entführt und das Kind fünf Wochen lang immer wieder sexuell missbraucht. Einen Teil der Vergewaltigungen hielt er auf Video fest. Zudem sperrte er Stephanie immer wieder geknebelt in einer Holzkiste ein, in der das Mädchen kaum atmen konnte. In seinem Schlusswort hatte er sein Opfer und dessen Eltern um Verzeihung gebeten.

Ein Gutachter hatte dem Anlagenbauer fortdauernde Gefährlichkeit attestiert und ihn für voll schuldfähig erklärt. Der Mann wurde im Gerichtssaal außergewöhnlich schwer bewacht. Er ist wegen Vergewaltigung einer 14-Jährigen vorbestraft.

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