Fall Sanader: Verteidiger verspricht lückenlose Aufklärung der Geldflüsse

Der kroatische Ex-Premier Ivo Sanader, der wegen Korruptionsverdachts in Salzburg in Auslieferungshaft sitzt, wird am Freitag von Ermittlern des österreichischen Bundesamtes für Korruptionsbekämpfung zu den in Österreich aufgetauchten Geldwäsche-Vorwürfen einvernommen.
Das erklärte Sanaders Anwalt Werner Suppan am Donnerstag der APA. “Wir gehen davon aus, dass wir die Geldbewegungen lückenlos aufklären können”, betonte der Advokat aus Wien.

Die kriminalpolizeiliche Befragung im Auftrag der Korruptionsstaatsanwaltschaft sei ursprünglich für Donnerstag geplant gewesen. “Sie ist aus organisatorischen Gründen auf morgen verschoben worden”, sagte Suppan. Es handelt sich dabei um eine fortgesetzte Anhörung. Der Ex-Premier wurde erstmals am 23. Dezember per Videokonferenz zu den Vorwürfen befragt. Die Anschuldigungen hatte er vehement bestritten. Auf seinen Konten oder Konten eines Familienmitglieds in Österreich sollen 1,3 Millionen Euro liegen. Eine Tiroler Bank hatte Anzeige wegen des Verdachts auf Geldwäsche erstattet.

Sanaders Verteidiger verwies darauf, dass der Ex-Premier vor seiner politischen Tätigkeit in Österreich und in anderen Ländern gut verdient habe. “Was er in Österreich verdient hat, hat er auch in Österreich versteuert”, erklärte der Jurist. Die Behörden in Kroatien würden den kroatischen Anwälten nach wie vor die Akteneinsicht verweigern, zeigte sich Suppan verärgert. Deshalb habe Sanader einem vereinfachten Auslieferungsverfahren nicht zugestimmt, weil für ihn daraus Nachteile im Verfahren entstünden. Die Befragung durch das Bundesamt für Korruptionsbekämpfung soll am Freitag von 8.00 Uhr bis mittags im Salzburger Justizgebäude stattfinden.

Der Ex-Premier war am 10. Dezember 2010 auf der Tauernautobahn in Salzburg festgenommen und anschließend in U-Haft genommen worden. Kroatien hat seine Auslieferung beantragt, die Auslieferungshaft wurde vorerst bis 18. März verlängert. Die kroatische Justiz wirft Sanader laut Haftbefehl Amtsmissbrauch und Bildung einer kriminellen Vereinigung vor. Durch dubiose Transaktionen über ihm nahe stehende Firmen soll er das kroatische Staatsbudget um sechs Millionen Euro geschädigt haben. Das Geld soll unter anderem in Geheimfonds der heute noch regierenden Partei Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ) geflossen sein. Eine angebliche Verwicklung in die Affäre der Kärntner Hypo Alpe Adria hat Sanader bestritten.

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