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Fall Nadina: Prozess gegen Anästhesisten vertagt

Der Prozess gegen einen 56-jährigen Anästhesisten im Fall eines nach einer Leistenoperation an der Innsbrucker Klinik im Jahr 2008 schwerstbehinderten Mädchens ist am Donnerstag am Landesgericht Innsbruck erneut vertagt worden. Verteidiger Albert Heiss beantragte die Einholung eines zusätzlichen Gutachtens aus dem Bereich der Kinderanästhesiologie.


Richter Gerhard Melichar wollte noch überlegen, ob er diesem Beweisantrag zu dem möglicherweise 13. Gutachten innerhalb des Verfahrens Folge geben werde und vertagte deswegen die Verhandlung auf unbestimmte Zeit. Auch Staatsanwältin Erika Wander und Privatbeteiligtenvertreter Thomas Juen sprachen sich für die Einholung des Gutachtens aus.

Das vorliegende Gutachten von Gernot Pauser sei “fachlich unhaltbar und widersprüchlich”, begründete Heiss seinen Beweisantrag. Pauser erklärte vor Gericht, dass mit “einer sehr großen Wahrscheinlichkeit” anzunehmen sei, dass das Kind während einer rund 30-minütigen Dokumentationslücke der Werte einen Sauerstoffmangel erlitten habe. Der Gutachter führte die Hirnschädigung des Mädchens jedenfalls auf ein hypoxisches Geschehen (Hypoxie = Mangelversorgung des Gewebes mit Sauerstoff; Anm.) in der post-operativen Phase zurück, also in einer Zeit, als Nadina noch unter der Aufsicht des Angeklagten gestanden sei.

Auch eine als Zeugin geladene Ärztin des Wiener Allgemeinen Krankenhaus (AKH), wo Nadina einige Monate nach der Operation untersucht worden war, sagte, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass die Hirnschädigung des Mädchens rund um den Zeitpunkt der Operation stattgefunden haben muss. In Wien habe man außerdem untersucht, ob eine angeborene Stoffwechselerkrankung die Ursache für Nadinas Zustand sein könne. “Wir haben aber keinen Hinweis darauf gefunden”, meinte die Zeugin.

Trotzdem könne man eine Stoffwechselerkrankung als Ursache nicht vollkommen ausschließen, weil man damals das Kind auf eine bestimmte Krankheit nicht untersucht habe. Von dieser wisse man aber mittlerweile, dass sie eine derartige Hirnschädigung auslösen könne, erklärte die Ärztin. “Ich kann nicht sagen, was die Ursache für die Schädigung von Nadinas Gehirn war”, resümierte die Zeugin.

Das Mädchen war am 4. Jänner 2008 im Alter von sechs Wochen am Landeskrankenhaus Innsbruck operiert worden. Bei der Behandlung kam es zu Komplikationen, die mit einem massiven Gehirnschaden des Kindes endeten. Nadina leidet laut dem Anwalt der Familie unter anderem an tief greifenden Entwicklungs- und komplexen Wahrnehmungsstörungen, einer zerebralen Sehstörung und einer schweren Epilepsie mit therapieresistenten Krampfanfällen.

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