Fall Elisabeth F.: Turbulente Pressekonferenz

Turbulente Zeiten für das Vierstern-Hotel "Exel" am Sonntag, 27. April 2008, dem Tag der Entdeckung des Verließes. Die eiligst einberufene Pressekonferenz zum Inzest- und Missbrauchsfall F. war Zentrum der Aufmerksamkeit in ganz Österreich.

Sieben Kamerateams und gut 30 Journalisten und Fotografen waren die ersten, die sich im Saal “Enns Donau” einen Platz an der Quelle der Informationen gesichert hatten. Für die edle Weinbar gleich rechts daneben interessierte sich niemand.

Unmittelbar nachdem Oberst Franz Polzer, Leiter des Landeskriminalamtes Niederösterreich (LKNÖ), Gerhard Sedlacek, Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Pölten und der Amstettener Bezirkshauptmann Hans Lenze ihre Ausführungen beendet hatten, gab es einen Ansturm der Pressevertreter. Ein Gedränge war die Folge, da sämtliche Journalisten bzw. Fotografen die Beteiligten zu der Causa befragen wollten.

“Es ist heute ein wenig ungewöhnlich”, meinte Rudolf Decker, Direktor des Hotels “Exel”. Über 50 Zimmer und 100 Betten verfügt die Anlage. Laut Decker hätten auch gleich einige Medienvertreter nach der Pressekonferenz Zimmer gebucht.

Decker zeigte sich über den Vorfall bestürzt, ebenso die Gäste im schattigen Gastgarten des Hotels: “Unvorstellbar”, meinte eine Pensionistin. “Da fehlen einem die Worte”, so ihr Ehemann. Die ganze Wucht der Realität des Falls hatte zu diesem Zeitpunkt das Bewusstsein der Menschen noch nicht erreicht. Dass es sich um tatsächliche Vorkommnisse in nächster Nähe handelte, das war erst später wirklich zu begreifen.

 

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