Falcos "Tochter" schrieb Buch: "Zeit, das Schweigen zu brechen"

Die Leute wollen nicht die Person Katharina Vitkovic sehen, sondern die 'Leider-nein-Tochter' von Falco." Das schreibt die heute 21-Jährige, die sieben Jahre lang als Tochter des einzigen Weltpopstars aus Österreich galt.

Ein Vaterschaftstest nach der Scheidung ihrer Mutter Isabella von Hans Hölzel alias Falco bewies das Gegenteil: “Ich bin nicht dein Papa”, offenbarte der Sänger mitten in der Nacht dem Mädchen. Es sei “Zeit, das Schweigen zu brechen”, heißt es nun in “Falco war mein Vater” (Verlag Carl Ueberreuter). Als “eine Art von Therapie” bezeichnete Katharina Bianca Vitkovic im APA-Gespräch das Buch.

Nach dem Vaterschaftstest war das Mädchen nach eigenen Worten vom “gehätschelten Kind des Falken zum Kuckucksei” mutiert. “Meine Mitschüler starteten eine regelrechte Hetze auf mich. Sie nannten mich Kuckuckskind und falsches Kind und warfen mir vor, dass ich Falco nur wegen seiner Kohle als Papa wollte…”, schreibt Vitkovic. “Erstmals keimte richtiger Hass auf Papa auf. Ich hab mich so oft gefragt, warum er mir das alles angetan hat. Warum er sich, nachdem er an die Öffentlichkeit gegangen war, nicht mehr um mich gekümmert hat.”

Das früher gute Vater-Tochter-Verhältnis war plötzlich getrübt und beschränkte sich hauptsächlich auf Telefongespräche. “Ich habe eine richtige Hass-Liebe entwickelt, weil er mir so viel versprochen hat, ich dann aber aus der Zeitung gegenteiliges erfahren musste”, sagte Vitkovic im APA-Interview. Gemeinsame Unternehmungen fanden aus Zeitmangel oder wegen ständig wechselnder Liebschaften des Vaters immer seltener statt. Gegipfelt hat das Ganze darin, dass sie irgendwann beschloss, ihren Namen ändern zu lassen. Von Hölzel auf den Mädchennamen ihrer Mutter.

Im Alter von zwölf Jahren schlug die nächste Bombe ein. “Der Papa ist heute Nacht gestorben” – Sechs Worte, die Katharina Bianca nie mehr vergessen sollte. Die damals Zwölfjährige unterdrückte ihre Gefühle, ab dann sollte aber alles nur noch schrecklicher werden. Die Hänseleien in der Schule hätten kein Ende genommen, auch für die Medien sei es ein gefundenes Fressen gewesen. Katharina Bianca Vitkovic beschreibt auf 192 Seiten ihre Seelenkrise und ihre innere Zerrissenheit.

Auch die Mutter kommt zu Wort, um über ihren Lebensmenschen und Ex-Mann Hans Hölzel zu berichten. Zum zehnten Todestag passend, schreibt sie: “Hans hat sich oft ausgemalt, wie es nach seinem Tod sein würde: ‘ Ich weiß genau, wenn ich nicht mehr bin, dann werden diese ganzen Arschlöcher gekrochen kommen und mich hochleben lassen’ , ein Satz, den er sehr oft und scheinbar genüsslich von sich gab.”

Katharina Bianca Vitkovic: “Falco war mein Vater” – aufgezeichnet von Martina Bauer. 192 Seiten, Verlag Carl Ueberreuter. Das Buch ist ab 25. Jänner 2008 im Handel.

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