Fahrzeuglenker sah nur "leer gefegte Straße"

Der Fahrzeuglenker des Mordfahrzeugs hat vor Gericht ausgesagt.
Der Fahrzeuglenker des Mordfahrzeugs hat vor Gericht ausgesagt. ©APA
Der Lenker des Fahrzeuges, aus dem Rene M. erschossen wurde, sagte vor den Richtern, er wollte den Angeklagten nur „sicher nach Hause bringen, damit er seinen Führerschein nicht verliert.“ Was dann passierte machte ihm einfach nur Angst.

Der Angeklagte Andreas K. war am Abend des 21. August 2010 im Kaffeehaus eines 29-jährigen Bankangestellten gelandet, das dieser offenbar nach Feierabend bzw. in seiner Freizeit betreibt. Der Wirt sah den 49-Jährigen, der zu seiner Stammkundschaft zählte, einige Spitzer trinken. Als er um 1.30 Uhr das Lokal schließen wollte, bat ihn der 49-Jährige, ihn mit seinem BMW heimzufahren. Der Banker und Teilzeit-Gastronom erklärte sich bereit, dieser Bitte nachzukommen, obwohl die Adresse, die ihm der Disco-Mörder nannte, am anderen Ende der Stadt lag.

Fahrer wollte Andreas K. nur sicher nach Hause bringen

“Er war ein netter Kerl. Ich wollte nicht, dass er den Führerschein verliert”, erklärte der 29-Jährige im Zeugenstand den sichtlich erstaunten Berufsrichtern, die vermutlich noch selten Wirte angetroffen haben, die angetrunkene Stammgäste nach der Sperrstunde in deren Autos heimwärts chauffieren. Der 49-Jährige sei “betrunken”, aber noch in der Lage gewesen, “mich zu lotsen” sagte er über den Disco-Mörder.

In der Steinheilgasse angekommen, geschah der Disco-Mord

In der Steinheilgasse angelangt, wo nicht nur Rene M. ums Leben kam, sondern auch Andreas K. wohnt, habe er plötzlich einen “Knall” vernommen, schilderte der Zeuge weiter. Als er auf den Beifahrersitz sah, erblickte er eine Pistole in den Händen seines Begleiters. Dieser hatte aus dem geöffneten Beifahrerfenster geschossen: “Ich bin erschrocken. Ich hatte Angst.” Unmittelbar danach ließ Andreas K. drei weitere Schüsse folgen: “Er hat wahllos aus dem Auto geschossen. Für mich war das ein wildes, unbedachtes Herumschießen.”

Fahrer sah weder Rene M. noch sonst einen Passanten

“Das war eine leer gefegte Straße.” Als er zwei Tage später von dem Toten in der Zeitung las, habe ihn Andreas K. beruhigt, erzählte der Gastronom: “Er hat gesagt ‘Mach da kane Sorgen, das war in einer Parallelstraße’. Ich hab’ das geglaubt.” Erst als in den Medien ein Foto des verdächtigen Fahrzeugs erschien und er in diesem den BMW seines Stammgasts erkannte, habe er sich bei der Staatsanwaltschaft gemeldet, sagte der Zeuge am Schluss.

 

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