Explosion in St. Pölten: Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Das durch eine Gasexplosion zerstörte Wohnhaus in St. Pölten
Das durch eine Gasexplosion zerstörte Wohnhaus in St. Pölten ©APA
Die Ermittlungen nach der Gasexplosion in St. Pölten liefen am Freitag auf Hochtouren. Nun untersuchen Brandermittler des Bundeskriminalamts gemeinsam mit Technikern der EVN die Gasleitungen auf Dichtheit und Druck.
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Die Arbeiten würden zäh laufen, aber man komme voran, berichtete der Brandsachverständige Christian Tisch. Zu der Explosion war es am Donnerstag gegen 8.00 Uhr gekommen. Die Wucht war so enorm, dass bei umliegenden Häusern Fensterstöcke und Türen herausgerissen und Dächer beschädigt wurden. In der Folge entstand ein massiver Brand, der erst knapp 21 Stunden nach der Detonation – um 4.45 Uhr – endgültig gelöscht war. Fünf Menschen starben in den Trümmern des einstöckigen Hauses.

Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei den geborgenen Toten um jene Personen handelt, die nach der Explosion als vermisst gegolten hatten. Darüber bestehe auch vor Abschluss der medizinischen Untersuchungen “kein Zweifel”, sagte Alfred Schüller vom Landeskriminalamt (LKA) NÖ. Zum Unglückszeitpunkt dürften sich demnach ein älteres Ehepaar, dessen Tochter, der nicht dort gemeldete Lebensgefährte der Frau sowie eine Enkeltochter im Haus befunden haben. Eine zweite Enkeltochter und ein weiteres Ehepaar, die ebenfalls im in dem Gebäude gemeldet waren, sich aber zu diesem Zeitpunkt außer Haus befanden, hatten ebenso Glück wie ein weiterer Besucher, der das Haus gegen 6.00 Uhr verließ.

Die Obduktion der Leichen werde noch am Freitagnachmittag erfolgen, so Schüller. Zwei Pathologen der Gerichtsmedizin Wien würden dafür nach St. Pölten kommen. Unterdessen liefen auch die Ermittlungen zur Unglücksursache weiter. Neben dem BK, das die Gasleitungen auf der Straße und in der Ruine sowie die Gasverbrauchergeräte überprüfte, müssten auch noch Spuren gesichert und der Tatort dokumentiert werden.

Zu Spekulationen über die Unglücksursache wollte man sich nach wie vor nicht hinreißen lassen. Man werde jedenfalls alles prüfen – auch, ob ein Zusammenhang mit dem Stromausfall vom Mittwochabend bestehe, hieß es.

Die Stadt St. Pölten hat am Freitag unter dem Titel “Hilfe für die Opfer der St. Pöltner Gasexplosion” ein Spendenkonto (Nr. 918755) bei der Sparkasse NÖ Mitte-West (BLZ: 20256) eingerichtet, teilte Bürgermeister Matthias Stadler (S) mit. Im Rathaus seien sehr viele Anrufe eingegangen, wie man helfen könne. Außerdem lägen für jenes Ehepaar, das zum Zeitpunkt der Explosion nicht zu Hause, sondern auf Besuch bei Bekannten in Breitenfurt bei Wien war, Dutzende Wohnungsangebote vor.

Stadler betonte das Interesse der Stadt, “dass die Ursache der Explosion herausgefunden wird”. Er sei sich sicher, dass das auch bei der EVN der Fall ist. “Wir sind in enger Abstimmung mit den Behörden, um zu einer raschen und umfassenden Klärung der Unfallursache beizutragen”, sagte Stefan Zach, Sprecher des Energieversorgers.

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