Experten warnen vor Silvesterknallerei

Wenn zur Silvesternacht - und zunehmend auch die Tage davor und danach - Feuerwerkskörper im Wert von hunderttausenden Euro verpufft werden, leiden darunter sowohl Kleinkinder und ältere Menschen als auch die Tiere in Wien.

Kinder- & Jugendanwalt, Seniorenbeauftragter und Tierschutzombudsmann der Stadt Wien sprechen sich gegen die Silvesterknallerei aus.

Unfälle bei Kindern; Verantwortung von Eltern und Gewerbetreibenden
Dr. Anton Schmid, Wiener Kinder- und Jugendanwalt: “Jedes Jahr kommt es zu Unfällen, wovon hauptsächlich Kinder/Jugendliche betroffen sind. Verbrennungen, Augenverletzungen und nachhaltige Schädigungen des Gehörs sind die traurige Bilanz der Silvesternacht.”

Es ist nicht nur die Verantwortung der Eltern, ihren Kindern und Jugendlichen die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu erklären und dementsprechend zu handeln, es ist auch die Verantwortung der Gewerbetreibenden, die gesetzlichen Regelungen des Pyrotechnikgesetzes mit den altersgestaffelten Abgabeeinschränkungen einzuhalten.

Stress bei SeniorInnen und Luftverschmutzung
Friedrich Grundei, Seniorenbeauftragter der Stadt Wien: “Die Silvesterknallerei gerät zum höchsten Stressfaktor für SeniorInnen. Einmal erwacht, ist es alten Menschen schwer möglich, wieder Schlaf zu finden.” Darüber hinaus werden beim Abbrennen der Feuerwerkskörper schädliche Dämpfe frei. Die Luftbelastung schadet nicht nur betagten Menschen – auch die ohnehin strapazierte Umwelt wird belastet.

Tortur für Tiere
Mag. Hermann Gsandtner, Wiener Tierschutzombudsmann: “Feuerwerk und Böller rund um Silvester können für Tiere zur Tortur werden. Viele der Vierbeiner leiden unter den knallenden, lauten Geräuschen. Sie zeigen ängstliches Verhalten, verkriechen sich oder geraten sogar in Panik.” Die Tierschutzombudsstelle (TOW) setzt sich in diesem Zusammenhang heuer besonders für den Schutz der Fiakerpferde ein – nach einem Vorschlag der TOW sollen bestimmte Fiaker-Standplätze gesperrt und vom Silvestertreiben betroffene Routen verlegt werden.

Knallfreies Silvester im Einklang mit Mitmensch, Tier und Natur
Fazit: Durch Lärm, Verletzungen und Luftbelastung der Böller und Raketen können Kleinkinder und betagte Menschen gefährdet werden. Grosse Teile der Bevölkerung fühlen sich belästigt und die Tierwelt leidet unter der Knallerei.

Daher wünschen sich Kinder- & Jugendanwalt, Seniorenbeauftragter und Tierschutzombudsmann der Stadt Wien ein knallfreies Silvester im Einklang mit Mitmensch, Tier und Natur. Übrigens: Wer auf die Anschaffung der oft sehr teuren Feuerwerkskörper verzichtet, kann viel Geld sparen!

(RK)

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