Experten sehen "Omikron-Welle" heranrollen

Experten sehen "erste Tendenzen der Omikron-Welle" in Österreich.
Experten sehen "erste Tendenzen der Omikron-Welle" in Österreich. ©APA/HANS PUNZ
Die Omikron-Variante breitet sich in Österreich relativ rasch aus. Laut Experten dürfte die nächste Corona-Welle somit schneller als erwartet ins Haus stehen.
Omikron-Fälle in Österreich steigen

Das Covid-Prognosekonsortium geht in seiner aktuellen Vorschau davon aus, dass nach einem noch möglichen kurzfristigen Rückgang der Corona-Fallzahlen "bereits erste Tendenzen der sich aufbauenden Omikron-Welle sichtbar werden". Für kommenden Mittwoch (29. Dezember) erwarten die Experten österreichweit zwischen 2.215 und 3.648 tägliche Neuinfektionen, am heutigen Mittwoch wurden 2.781 verzeichnet.

Experten gehen von hoher Omikron-Dunkelziffer über Feiertage aus

Die Sieben-Tage-Inzidenz sollte in einer Woche zwischen 174 und 286 Fällen je 100.000 Einwohner zu liegen kommen, gegenwärtig hält man bei 189,7. Mit den höchsten Inzidenzen ist vor dem Jahreswechsel in den westlichsten Bundesländern zu rechnen - in Salzburg und Tirol wird sie sich jeweils zwischen 250 und 420 einpendeln, in Vorarlberg zwischen 340 und 565. Am anderen Ende der Skala liegt dann das Burgenland mit einer Inzidenz zwischen 100 und 170.

Aufgrund des erwarteten Rückgangs der Testungen über die Weihnachtsfeiertage ist aber grundsätzlich von einer größeren Dunkelziffer auszugehen, was vor allem in den Bundesländern schlagend wird, die ihre Infrastruktur - wen auch nur vorübergehend - zurückfahren.

Situation auf Intensivstationen schwer einzuschätzen

Was die Lage in den Spitälern betrifft, nehmen die Experten vorerst einen weiteren Rückgang der Covid-Patientinnen und -Patienten auf den Intensiv- und Normalstationen an. "Dies erfolgt jedoch nach wie vor auf teilweise systemkritisch hohem Auslastungsniveau", betont das Konsortium. In Vorarlberg beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass in der kommenden Woche die 33-prozentige Auslastungsgrenze der Intensivstationen überschritten wird, immerhin 30 Prozent. Allerdings sind die Rechenmodelle diesmal mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.

"Problematisch ist die nach wie vor unbekannte Virulenz der Omikron-Variante, weshalb Auswirkung auf den Spitalsbelag derzeit kaum abschätzbar sind. Die Prognose baut auf der Annahme auf, dass sich die Virulenz zwischen den Varianten Delta und Omikron nicht unterscheidet und folgt damit der rezenten Einschätzung des Imperial Colleges", wird in der Prognose angemerkt.

Omikron: Reproduktionszahl auf über 2 geschätzt

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und das Institut für Infektionsepidemiologie & Surveillance schätzen, dass die Prävalenz der Omikron-Variante in der Vorwoche in Österreich bei rund fünf Prozent gelegen hat. Fehlende Beobachtungsdaten zu den Charakteristika und der Prävalenz von Omikron haben die Prognose des Konsortiums erschwert. Aufgrund der jüngst beobachteten Wachstumsraten der Omikron-Variante, bei der sich die Fallzahlen alle zwei bis vier Tage verdoppeln, dürfte die effektive Reproduktionszahl deutlich höher liegen als bei der Delta-Variante, deren Wert zuletzt unter 1 lag. Das Prognosekonsortium schätzt sie bei Omikron derzeit auf 2,1. Dies hieße, dass jede Infektion mit dem Omikron-Virus im Schnitt 2,1 Ansteckungen zur Folge hat - ein deutliches Indiz, dass die nächste Corona-Welle ins Haus steht, sollten sich die Berechnungen des Gremiums als zutreffend erweisen, die sich auf die Auswertung lokaler Cluster und die Annahme stützen, dass das serielle Intervall für Omikron drei Tage beträgt.

(APA/Red)

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