Experte: Keine Krankheit bringt Kinder öfter ins Spital als Corona

Laut Experten Karl Zwiauer bringt keine Krankheit Kinder öfter ins Krankenhaus oder auf Intensivstationen, wie das Coronavirus.
Laut Experten Karl Zwiauer bringt keine Krankheit Kinder öfter ins Krankenhaus oder auf Intensivstationen, wie das Coronavirus. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Laut Karl Zwiauer, einem Mitglied des Nationalen Impfgremiums, führe keine Kinderkrankheit zu so vielen Krankenhaus- und Intensivstationsaufenthalten wie das Coronavirus.
Corona-Impftermine für Kinder in Wien
Entscheidung über Biontech-Zulassung für Kinder

Daten der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) zufolge landeten im April 2021 in der dritten Pandemiewelle pro Woche ein bis drei Kinder und Jugendliche auf Intensivstationen.

Keine Krankheit bringt Kinder öfter ins Krankenhaus wie Corona

Als Vergleich nannte der Kinderarzt die Masern, an denen eines von 1.000 infizierten Kindern schwer erkranke. "Mit der Impfung haben wir das in den Griff bekommen", stellte er fest, das gleiche Ergebnis wolle man mit der Covid-Impfung von fünf- bis elfjährigen Kindern erzielen. Denn Corona stelle für Kinder ein "unkalkulierbares Risiko" dar. An einem Pädiatrischen hyperinflammatorischen Syndrom mit Multiorganbeteiligung erkrankt in Österreich laut der ÖGKJ rund eines von 1.000 infizierten Kindern. Dieses Krankheitsbild führe zu hohen Krankheitsbürden, sagte Zwiauer. Ob ein Kind an Long Covid erkranke, sei außerdem nicht abschätzbar, unabhängig davon, ob die Erkrankung selbst einen leichten oder schweren Verlauf nehme. "Auch wenn nur drei Prozent der Kinder Long Covid entwickeln - und das ist sehr niedrig gegriffen - gibt es Zigtausend Betroffene", warnte der Experte.

Zwiauer geht nicht von neuen Nebenwirkungen der Impfung aus

Bedenken über mögliche neue Nebenwirkungen habe es auch vor der Impfung Jugendlicher gegeben, außer einem niedrigen Risiko für eine Herzmuskelentzündung seien keine aufgetreten. Bei den noch Jüngeren geht Zwiauer ebenfalls nicht von einer neuen, unbekannten Problematik nach dem Stich aus. Aus den USA, wo die Impfung für Fünf- bis Elfjährige bereits zugelassen ist, kämen keine Mahnhinweise. Dem Risiko einer Covid-Infektion mit einer großen Bandbreite an möglichen Krankheitsbildern - "von nichts bis zu einer schweren Erkrankung mit monatelangen Folgen" stellt er eine Impfung entgegen, "von der wir bis dato wissen, dass sie sehr gut vertragen wird." Bisher spreche absolut nichts gegen eine Impfung, teilte er skeptischen Eltern mit.

"Off-label"-Impfungen von Kindern gegen Corona in Österreich

Kinder werden in Österreich bereits "off-label" gegen Covid geimpft, in Wien beispielsweise auch in der Impfstraße im Austria Center Vienna. Eine Entscheidung der EU-Arzneimittelbehörde EMA über die Zulassung des Covid-Impfstoffs von BioNTech/Pfizer wird am heutigen Donnerstag erwartet. Ist die Zulassung fix, geht Zwiauer auch von einer dementsprechenden Empfehlung des Nationalen Impfgremiums (NIG) aus.

(APA/Red)

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