Ex-Schulpsychologe wegen Besitz von Kinderpornos verurteilt

Ein ehemaliger Schulpsychologe ist am Dienstag im Grazer Straflandesgericht wegen Besitz und Weitergabe von Kinderpornos verurteilt worden. Der Mann hatte 3.000 Videos am Computer gespeichert und 700 weitergegeben. Er bekannte sich schuldig, erklärte aber, er habe zunächst "aus wissenschaftlichem Interesse" gehandelt. Er wurde zu 2.400 Euro Geldstrafe und sechs Monaten bedingter Haft verurteilt.


“Es ist ein tragischer Fall, nicht nur für die Opfer, auch was das Leben meines Mandanten betrifft. Er hat in einer Woche seinen Job und seine Lebensgefährtin verloren”, meinte der Verteidiger zu Beginn. Nachdem bei einer Operation von Interpol Wiesbaden der Steirer ausgeforscht worden war und alles aufflog, zogen Schule und Freundin die Konsequenz. Von 2005 bis 2015 hatte der Angeklagte 3.000 Videos mit kinderpornografischen Darstellungen gesammelt, rund 700 machte er anderen zugänglich. “Das ist eines der denkbar schlechtesten Delikte, das man als Schulpsychologe machen kann”, meinte Richter Stefan Koller.

“Es hat wissenschaftlich begonnen, ich wollte eine Studie machen, wie es zu solchen Situationen kommt. Dann sind auch sexuelle Reize entstanden”, gab der Angeklagte an. “Wenn jemandem Schmerz zugefügt wird oder bei homosexuellen Darstellungen spüre ich inneren Widerstand, warum das hier nicht gegriffen hat, weiß ich nicht”, führte er weiter aus. Sexuell gereizt hätten ihn aber Mädchen, die schon eher in der Pubertät waren, nicht die kleineren. “Es gäbe den Markt nicht, wenn sich das niemand anschauen würde. Was das mit Kindern macht, wissen Sie besser als ich”, betonte der Richter.

Der Beschuldigte wurde zu sechs Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe von 2.400 Euro verurteilt. Außerdem erging die Weisung, dass er sich einer Therapie unterziehen muss. Wegen der Geldstrafe seufzte der Angeklagte schwer und erbat Ratenzahlung, da er im Moment arbeitslos sei. “Die Ärmsten an der Geschichte sind die Kinder, nicht der, der den Job verloren hat”, relativierte Richter Koller. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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