Ex-Bundeskanzler Christian Kern wird Tech-Unternehmer

Ex-Kanzler Kern äußerte sich über seine berufliche Zukunft.
Ex-Kanzler Kern äußerte sich über seine berufliche Zukunft. ©APA/Georg Hochmuth
Ex-Kanzler Christian Kern wird nun mehr Zeit in Israel verbringen, denn er und seine Frau haben sich mit je einem Drittel an der Blue Minds Gruppe beteiligt. Gesellschaftspolitisch will er sich trotz allem weiterhin engagieren.

Das Geheimnis um die berufliche Zukunft von Ex-Kanzler Christian Kern ist gelüftet. Nach seinem Abschied als SPÖ-Obmann hat er sich nun zu seinem weiteren Vorgehen dem Wirtschaftsmagazin trend gegenüber geäußert. Er steigt in die von Eveline Steinberger-Kern gegründete Blue Minds Gruppe ein. Der Ex-Kanzler, seine Frau und Bernhard Raberger, ein früherer Verbund-Manager halten nun je ein Drittel.

“Großkonzerne kenne ich. Nun will ich was Eigenes machen”, sagt Kern im trend. Das Unternehmen beschäftigt sich mit der Entwicklung von Businessmodellen für die digitale Transformation der Industrie mit Schwerpunkt Energiesysteme und Clean Tech. Kern wird sich dabei als Chairman um die Beteiligung FSIGHT in Tel Aviv kümmern, die für die immer dezentraler organisierte Energieerzeugung eine auf Blockchain basierte Technologie zur Vermarktung von Strom entwickelt hat. “Das Produkt ist sehr weit, jetzt gehen wir ins internationale Marketing. Ich werde den größeren Teil meiner Zeit in Israel verbringen.”

FSIGHT hat laut eigener Homepage auch einen Standort in Wien-Neubau in der Siebensterngasse. Raberger arbeitet schon seit mehreren Jahren in der Blue-Minds-Gruppe – beim Verbund war er sieben Jahre im Vorstand der damaligen türkischen Beteiligung Enerjisa tätig gewesen, die der Stromkonzern später im Zuge eines Asset-Swaps an die deutsche E.ON verkaufte.

Ex-Kanzler Kern wird mehr Zeit in Israel verbringen

Die Blue Minds Group hat bereits 25 Millionen Euro in Startups investiert. Der Fokus wird dabei auf Deutschland, Frankreich, die Türkei und China gelegt. Neben Investments in Technologieunternehmen nennt Kern Services für die Auslagerung des Innovationsprozesses von Konzernen als zweites Standbein: “Der rasante technologische Fortschritt überfordert selbst bei Großunternehmen die internen Ressourcen und eröffnet der Zusammenarbeit mit Startups enormes Potenzial.”

Weiter beteiligt sich die Blue Minds Group an klassischen Stromerzeugern. Trotz seiner neuen beruflichen Zukunft, will er sich weiterhin gesellschaftspolitisch engagieren, aber: “Politikberatung im klassischen Sinn werde ich keine machen.”

(APA/Red)

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