Ex-Bond-Darsteller Sean Connery wird 80

"Ohne Sie hätten wir den Kalten Krieg nicht gewonnen", sagte einst US-Präsident Bill Clinton zu Sean Connery. Sir Thomas Jean Connery spielte in sieben Filmen den Geheimagenten James Bond, der mit der "Lizenz zum Töten" und einem Augenzwinkern die Sowjets und andere Bösewichte in Schach hielt. Der attraktivste Kalte Krieger aller Zeiten wird am 25. August 80 Jahre alt.
Ex-Bond Sean Connery wird 80
Aston Martin von Sean Connery

Im wahren Leben hat der erfolgreichste Agent ihrer Majestät sich längst ein Leben jenseits von 007 geschaffen – und sich von Großbritannien losgesagt.

Connery entdeckte nämlich in den vergangenen zwei Jahrzehnten, dass er nicht nur von Geburt, sondern auch von Beruf Schotte ist und kämpft seither für die Unabhängigkeit seiner Heimat. Seine englischen Fans hätte es wissen müssen, denn schon als 16-Jähriger ließ sich der Sohn eines Lkw-Fahrers und einer Putzfrau ein “Scotland Forever” auf den Arm tätowieren. Auch weigerte er sich stets hartnäckig, seinen schottischen Akzent abzulegen. Es spricht für Connerys Charisma, dass er – als Hilfsarbeiter, Teilnehmer des “Mister Universe”-Wettbewerbs und dilettierender Nachwuchsdarsteller – dennoch für die Bond-Rolle ausgewählt wurde.

Im Jahr 1962 lief “Dr. No” an und machte Connery zum Weltstar. Ohne den knackig-lässigen Mimen wäre aus Ian Flemings Agentenromanen, die bereits in den 1950ern ohne Erfolg für das US-Fernsehen verfilmt wurden, nichts geworden. Darüber hinaus begründete er sein eigenes Genre – den Bond-Film. Nicht nur der unglückselige Bond-Flop George Lazenby, sondern auch erfolgreichere Nachfolger wie Roger Moore, Pierce Brosnan und Timothy Dalton wirkten gegen das Original stets ein bisschen wie Staubsaugervertreter. Und mag Bond Nr. 6 Daniel Craig auch seinen stahlblauen Killerblick aufsetzen – es gibt nur einen: Sir Sean.

Die Sehnsucht nach Connery, der 1971 die Rolle eigentlich abgegeben hatte, war so groß, dass er 1983 noch einmal reaktiviert wurde – und sein selbstironischer Auftritt mit Toupet in “Sag niemals nie” in Konkurrenz zu Roger Moores “Octopussy” lief. Da hatte sich Connery längst neues Terrain im Charakterfach erobert. Seine bekanntesten Filme neben 007 sind zunächst Hitchcocks “Marnie”, Sidney Lumets “Ein Haufen toller Hunde”, Robin Hood in Richard Lesters “Robin and Marian”, John Hustons “Der Mann, der König sein wollte” und der Sci-Fi-Kultfilm “Zardoz”.

Einen Nebenrollen-Oscar bekam Connery 1986 für das Gangsterdrama “Die Unbestechlichen”. Im Klosterkrimi “Der Name der Rose” 1987 genügte allein seine Präsenz, um das Publikum ins Kino zu locken. Steven Spielberg, der Connery einer der sieben größten Stars der Welt nannte, besetzte ihn 1989 in “Indiana Jones III” als Vater von Harrison Ford. Ein paarmal hat der spätere Vorzeigeschotte im Kino auch die Insel regiert. In Kevin Costners “Robin Hood” reitet er als König Richard Löwenherz ins Finale, und in “Der erste Ritter” spielt Connery, auch real von der Queen zum Ritter geschlagen, den mythischen König Artus.

1999 ließ es Connery im Thriller “Verlockende Falle” noch einmal krachen. Ab 70 aber wurde er, beispielsweise in “Forrester – Gefunden”, meist als weiser, knorriger Alter besetzt. 2006 zog er sich dann von der Leinwand zurück. Bereits seit 1992 war mit seinem Eintritt in die Scottish National Party die Schauspielerei Nebensache geworden. Der Starredner der Nationalisten stiftet seiner Heimat Millionen Pfund für Stipendiaten aus armen Familien – und wird kritisiert, weil er mit seiner zweiten Frau, der Malerin Micheline Roquebrune, auf den Bahamas lebt, statt Steuern ins schottische Staatssäckel zu zahlen.

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