Ewald Stadler will Pegida-Bewegung unterstützen

Ewald Stadler, der im Vorjahr mit den Reformkonservativen (REKOS) zur EU-Wahl angetreten ist, hat der islamfeindlichen Pegida-Bewegung ("Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes") seine Unterstützung zugesagt - als Rechtsbeistand und Redner.
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Prozess gegen Stadler

In einem Gespräch mit der Journalisten-Plattform fischundfleisch.at beklagen Sprecher von Pegida-Wien, die nicht namentlich genannt werden wollen, dass sie kriminalisiert würden und ersuchen den ehemaligen FPÖ- und BZÖ-Politiker Ewald Stadler um Unterstützung, die dieser auch zusagt. “Daher brauchen wir Sie dringend als Rechtsbeistand, rund um die Vorgehensweise unserer Bewegung, und wenn Sie es für denkbar halten, wäre es auch schön, Sie als Redner in Deutschland präsentieren zu können”, appellieren die Pegida-Sprecher. Stadler erklärt dazu: “Ja, natürlich, ich unterstütze Sie da sehr gerne, auch in Deutschland, wenn erwünscht.”

Stadler kritisiert Strache und Kirche

Heftige Kritik übt Stadler in dem Gespräch an Strache, der die Ziele der Pegida befürwortet hatte. Er rät der Bewegung, sich nicht von der FPÖ vereinnahmen zu lassen und sagt über den FPÖ-Chef auf fischundfleisch.at wörtlich: “Strache ist meiner Meinung nach einer der dümmsten Menschen, die politisch in diesem Land tätig sind.” In der FPÖ wollte man das auf Anfrage der APA vorerst nicht kommentieren. Stadler hat sich schon vor längerem mit Strache überworfen und ist im Vorjahr im Zusammenhang mit den sogenannten “Wehrsport”-Fotos von Strache wegen Nötigung und falscher Zeugenaussage nicht rechtskräftig zu 14 Monaten bedingter Haft verurteilt worden.

Stadler, der sich selbst als christlichen Politiker sieht, attackiert aber auch die katholische Kirche, die der Pegida kritisch gegenübersteht. “Die Kirche spielt leider die erbärmlichste Rolle. Dort sind Leute tätig, die sich um die Affenarten im Amazonas mehr Sorgen machen als um die Christen in islamischen Ländern.”

Pegida distanziert sich

Pegida Oberösterreich hat sich am Freitag gegenüber der APA von Unterstützung durch Ewald Stadler (REKOS) distanziert. “Er setzt sich bei uns nicht ins Boot”, man wolle sich parteipolitisch nicht vereinnahmen lassen, stellte ein Sprecher klar. Er wollte vorerst anonym bleiben, ist aber nach eigenen Angaben der Veranstalter der Kundgebung am 21. Februar in Linz. Am Samstag kommender Woche hat Pegida eine “Standkundgebung” vor dem Hauptbahnhof geplant, zu der zwei “nationale und internationale” Gastredner angekündigt wurden. Ob sich eine “Spaziergang” daran anschließt, sei noch offen, so der Sprecher. Das Bündnis “Linz gegen Rechts” hat eine Gegendemonstration angemeldet.

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl hat unterdessen in einer Aussendung die Beschimpfung seines Parteichefs Heinz-Christian Strache durch Stadler als einen “erneuten Anfall emotionaler Inkontinenz eines offenbar gleich mehrfach politisch Traumatisierten” bezeichnet. Unklar ist für Kickl, wie Stadlers Verhalten sich mit den von ihm stets strapazierten christlichen Werten vereinbaren lasse. (APA)

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