Evangelische Kirche: Wiener Superintendent für Strukturreformen

Die evangelische Kirche in Wien bekommt einen neuen Superintendenten.
Die evangelische Kirche in Wien bekommt einen neuen Superintendenten. ©pixabay.com (Sujet)
Matthias Geist wird am Sonntag als neuer evangelischer Superintendent in sein Amt eingeführt. Vorab äußert er sich für weitreichende Strukturreformen in seiner Kirche.

Der neue Wiener Superintendent Matthias Geist ist für weitreichende Strukturreformen in der evangelisch-lutherischen Kirche. Das könne bis zu einer Abschaffung des Amts des Superintendenten reichen, sagte er im Interview mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). In der Frage der kirchlichen Trauung für Homosexuelle plädiert er für einen Kompromiss. Geist wird am Sonntag ins Amt eingeführt.

Wiener Superintendent wünscht sich starke regionale Projekte

Für die Wiener Diözese mit ihren knapp 47.000 Mitgliedern in 21 Pfarrgemeinden wünscht sich der neue Superintendent “viel stärkere regionale Projekte, um nicht zu sagen Zusammenschlüsse” in einzelnen Arbeitsbereichen. “Wenn sich Gemeindearbeitszweige verbinden können, dann braucht es vielleicht nicht 21 Mal dasselbe an verschiedenen Orten, sondern vielleicht nur fünfmal. Es muss nicht alles überall stattfinden.”

Von den möglichen strukturellen Änderungen nimmt Geist sein eigenes Amt nicht aus. Das müsse es zum Ende seiner zwölfjährigen Amtszeit vielleicht gar nicht mehr geben: “Dann nämlich, wenn sich Wien auf eine oder fünf Großgemeinden orientiert, dann braucht es vielleicht diese zweite Ebene in unserer kirchlichen Aufbauordnung gar nicht.” Angesichts sinkender Mitgliederzahlen ist er gegen eine Abstufung zu “Sympathisanten”.

Ehe für Alle: Geist tritt für Kompromiss ein

Am 9. März entscheidet eine Synode über die Einführung der kirchlichen Trauung für homosexuelle Paare. Hier tritt Geist für eine Kompromisslösung ein, mit der Befürworter und Gegner leben könnten: Für Pfarrerinnen und Pfarrer, die zu einer Trauung Homosexueller nicht bereit seien, soll diese auch nicht verpflichtend sein: “Bevor man etwas tut, was einem nicht schlüssig erscheint, soll man doch der Ehrlichkeit Raum geben.”

Geist war im vergangenen Juni zum Nachfolger von Hansjörg Lein als Superintendent gewählt worden. Am kommenden Sonntag, 27. Jänner, wird er in der Wiener Lutherischen Stadtkirche durch Bischof Michael Bünker feierlich in sein Amt eingeführt.

(APA/Red)

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Evangelische Kirche: Wiener Superintendent für Strukturreformen
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen